Sie befinden sich hier:

Estland kommuniziert, fest mit einem russischen Angriff zu rechnen.

Aus dem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen“ (6.9.22) über eine Medienorientierung des Kommandanten einer estnischen Infanteriebrigade: „„Der Krieg wird kommen“, so Merilo. Sie hätten einige Ideen über das Wo und Wie. Aber sie wüssten nicht genau wann. „Wir müssen bereit sein“, mahnt er. Und setzt hinzu: „Das Schlimmste steht uns noch bevor.“

„(…) Bis zur „Front“, wie hier die Grenze zu Russland auch bezeichnet wird, sind es von Tapa aus nur 115 Kilometer. Dort sahen sich die Esten lange einer vielfachen Übermacht gegenüberstehen – trotz des NATO-Gefechtsverbands in Bataillonsstärke, der von den Briten geführt wird und hier in Tapa sein Hauptquartier hat. Denn auf russischer Seite stand eine komplette Division, zuzüglich weiterer Elitetruppen. Dann überfiel Russland die Ukraine. Nun steht das Gros der Verbände, die in der Nähe Estlands stationiert sind, dort entlang der Front. In Tapa rechnet man fest damit, dass sie zurückkehren werden. Russland verfüge über so große Ressourcen, dass die Lücken, die der Krieg reiße, in den Reihen der Soldaten ebenso geschlossen würden wie bei den Waffensystemen. Dann, so die Sorge, könnte Estland ihr nächstes Ziel sein. (…)“

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

China und Hongkong: Auch künftig zwei Systeme, aber nur noch ökonomisch?

Mit dem Sicherheitsgesetz hebt China die Geltung der Formel „Ein Land, zwei Systeme“ nicht gänzlich auf, sondern reduziert sie auf Finanz und Wirtschaft. Dies erwarten jedenfalls westliche Konzerne, die in Hongkong tätig sind. Sie könnten damit recht bekommen, aber ganz sicher ist die erfolgreiche Zukunft des Finanzplatzes nicht.

Weiterlesen »

Bundesrat zu EMRK/EGMR-Vorstössen: Nein zu Kündigung, Ja zu Vorstoss beim Europarat

Nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Klage der Schweizer KlimaSeniorinnen gutgeheissen hatte, wurden parlamentarische Vorstösse eingereicht. Der Bundesrat lehnt die Forderungen nach Kündigung der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) ab, empfiehlt aber die Überweisung der Motion von Ständerat Andrea Caroni, „darauf hinzuwirken, dass sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) an seine Kernaufgabe erinnert“, primär durch Aushandlung eines Zusatzprotokolls zur EMRK.

Weiterlesen »

Haben CDU und FDP noch eine bundesweite Zukunft?

Es fällt nicht mehr leicht, sich vorzustellen, dass CDU und FDP noch eine bundesweite Zukunft haben. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak verdient unseren Respekt, wenn er im Bundestag im selben Votum Höcke als Nazi bezeichnet und der „Linken“ androht: «Sollen wir die Mauertoten nochmals nachzählen?» Aber Union und Liberale brauchen in den Ost-Bundesländern Strategien für den Umgang mit Wahlresultaten, die sich daraus ergeben, dass die AfD (noch) Wählerinnen und Wähler hat, die keine Nazis sind, und dass nicht mehr jeder Vertreter der „Linken“ für die Mauertoten mitverantwortlich ist, und dass es welche gibt, die die „Linke“ wählen, weil ihre Erinnerung an die DDR nicht nur negativ und die Beurteilung, was ihnen die Wiedervereinigung brachte, nicht nur positiv ist.

Weiterlesen »