Trotzdem kann der Entscheid der NATO als richtig betrachtet werden. Putins politisches Programm sieht vor, nach einem Sieg im Ukraine-Krieg gegen die baltischen NATO-Staaten vorzugehen, zunächst durch einen erpresserischen Aufmarsch und dann wohl auch durch einen Invasionsversuch. Dann wäre der Bündnisfall und somit Krieg zwischen NATO und Russland ohnehin gegeben, aber unter schlechteren militärischen Voraussetzungen, gegen eine regenerierte und moralisch wiedererstarkte russische Armee. Es ist besser, die russische Armee schon jetzt zu schwächen, solange dies durch Unterstützung der erstaunlich leistungsfähigen und (noch) hoch motivierten ukrainischen Armee möglich ist, und nicht erst nach deren zu befürchtendem Zusammenbruch.
Diese Entwicklung ist sehr gefährlich, vor allem wegen der Gefahr eines Einsatzes taktischer Nuklearwaffen, der ausserhalb der Ukraine, zum Beispiel bei Kriegshandlungen in Polen, eher wahrscheinlicher ist. Aber zuwarten kann noch gefährlicher sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Baltikum-Krieg nuklear ausgetragen würde, ist noch höher.
Link zum Bericht von EuroNews über den erwähnten NATO-Beschluss.