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Erstaunlich grosses Vertrauen in China.

Roche ist in Taiwan präsent – und zieht eine Verlagerung von Forschung aus der Schweiz nach den USA oder China in Betracht, falls sich die Rahmenbedingungen für die Forschung in der Schweiz nicht bessern. Roche-CEO Severin Schwan, der dies in einem Interview mit den Tamedia-Organen in Aussicht stellt, geht damit implizit auf grosse Distanz zu politischen Beobachtern, die Krieg mit China um Taiwan oder im südchinesischen Meer für möglich oder gar wahrscheinlich erachten.

Der chinesische Machthaber Xi schürt bei Partei, Armee und Volk unablässig die Erwartung, er werde Taiwan in den  chinesischen Staatsverband zurückholen. Gleichzeitig expandieren seine Streitkräfte im südchinesischen Meer.

Dies hält Finanzdienstleister und – wie das Beispiel Roche zeigt – auch Industriekonzerne offenbar nicht davon ab, weiterhin auf China zu setzen. Offenbar bereitet es ihnen auch keine Sorgen, ob ein gleichzeitiger Ausbau der Geschäftsbeziehungen zu den USA und zu China trotz den wachsenden Spannungen zwischen den beiden Mächten weiterhin möglich sein wird. Das muss Musik sein in den Ohren jener schweizerischen Anti-Europapolitiker, die drohende Marktanteilsverluste der Schweiz im EU-Raum durch den Ausbau des USA- und China-Geschäfts kompensieren wollen.

Ob sich die Polit-Analysten von Roche mit denjenigen austauschen, die weniger gute Prognosen für die Entwicklung der Beziehungen zu China und der Entwicklung im Fernen Osten haben? Zu wünschen wäre es.

Link zum Interview mit Severin Schwan.

Link zur Präsenz von Roche in Taiwan.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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