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Führt Trump seine Gewalttruppe? Wenn ja: Wohin?

Trump konnte nicht erwarten, dass eine kurze Belagerung und Besetzung des Capitols den Wechsel im Präsidium verhindern würde. Wenn er und sein Stab auch nur einigermassen rational handelten, müsste diese Attacke der erste Akt eines Plans sein. Und wenn es keinen solchen gibt: Extreme Anhänger haben sich an ihrem Gewaltakt berauscht. Deshalb ist zu befürchten, dass sie nach nächsten Taten lechzen, mit oder ohne Auftrag Trumps.

Wahrscheinlich wurden die Gegenkräfte gegen Trumps antidemokratische Machtstrategie gestärkt. Die Unterstützung Trumps in der republikanischen Partei schwindet. Sohn Donald Trump jr. schmetterte gestern den Republikanern, die bereit sind, Bidens Wahl anzuerkennen, entgegen: Das ist nicht mehr eure Partei – das ist die Partei Donald Trumps. Eigentlich ist dies ein Eingeständnis einer Parteispaltung.

In beiden Parteien gibt es Politiker und Politikerinnen, die sich auf innere Sicherheit verstehen. Man darf sie wohl als fähig erachten, einen allfälligen Putschplan Trumps zu verhindern. Und eine Stellungnahme der zehn ehemaligen Verteidigungsminister lässt es als unwahrscheinlich erscheinen, dass Trump Militär mobilisieren könnte.

Wenn dennoch leider Vieles möglich ist, liegt dies vor allem an der Unberechenbarkeit der gewalttätigen Anhänger und von Trumps Verhalten ihnen gegenüber. Möglich ist, dass sich die Aggressionen in einem nächsten Schritt in einen oder mehrere Gliedstaaten verlagern. Man erinnert sich an den Versuch, die demokratische Gouverneurin von Michigan zu entführen.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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