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Vor 150 Jahren: Vorläufer der Weltkriege

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 verfeindete die beiden Nachbarländer in einem Masse, das schlimmste Voraussetzungen für den Ersten Weltkrieg schuf. Die Verhängnisse des 20. Jahrhunderts haben Ursachen im 19. Jahrhundert, und diese zum Teil bereits im 18. Jahrhundert. – Die Entwicklung der französisch-deutschen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg erscheinen auf diesem Hintergrund als eine der grössten, wertvollsten und schützenswertesten politischen Leistungen der Weltgeschichte.

Der deutsche Historiker Christoph Jahr fasste in der NZZ vom 11.7.2020 Hergang, Verlauf und Auswirkungen des Deutsch-Französischen Kriegs knapp und prägnant zusammen (Link zum Artikel):

„Umso bedauerlicher ist es“, schliesst Jahr, „dass das offizielle Gedenken an diesen Krieg in Deutschland bis jetzt blass bleibt. Immerhin ist es ein bemerkenswertes Zeichen der Aussöhnung, dass das alle vier Jahre vorgesehene Treffen von Deutschem Bundestag und Frankreichs Assemblée nationale auf französische Initiative hin das nächste Mal nicht am 22. Januar, dem Jahrestag des Elysée-Vertrags von 1963, sondern am 18. Januar 2021 stattfindet. Im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles war genau 150 Jahre davor Preussens König Wilhelm I. in einem politisch bedeutungslosen, aber als Triumph über den «Erbfeind» inszenierten Mummenschanz zum deutschen Kaiser ausgerufen worden.

1919 wurde dieser Ort ebenso absichtsvoll zum Schauplatz der Demütigung Deutschlands, das hier nach dem Ersten Weltkrieg den Friedensvertrag unterzeichnen musste. Gerade angesichts der populistischen Versuchungen unserer Tage bleibt es nötig, an die enge Verflochtenheit der europäischen Nationen zu erinnern, um die bösen Geister des Nationalismus zu bannen.“

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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