Für den angreifenden Staat: Bisher hat Russland gegen die Ukraine keine Atomwaffe eingesetzt, auch keine sogenannt taktische, obwohl ein solcher Einsatz Putins Drohpropaganda-Kriegsführung gegen die europäischen Demokratien hätte stärken können. Was nicht war, kann noch werden. Aber Putin will eine Ukraine für Russland – eine völlig zerstörte und nuklear verstrahlte?
Für den verteidigenden Staat: Könnte ein Atomwaffeneinsatz etwas anderes sein als eine Verzweiflungstat infolge sich abzeichnender Niederlage in konventioneller Kriegführung, mit der wahrscheinlichen Folge eines nuklearen Gegenschlags des Angreifers? Stärkung der Fähigkeit der Demokratien für konventionelle Verteidigung vermindert den Eintritt einer solchen Verzweiflungslage und somit die Atomkriegsgefahr. (Siehe hierzu den Leitartikel des NZZ-Chefredaktors Eric Gujer vom 11.10.2025).