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Bildung eines Schweizer Freundeskreises Ernst Wiechert

Am 24. August 2025 jährte sich der Todestag des Schriftstellers Ernst Wiechert zum 75. Mal. Am 30. August 2025 führte die Lesegesellschaft Stäfa einen Anlass des Gedenkens an ihn durch. Er hatte seine letzten Lebensjahre in dieser Zürichseegemeinde verbracht. Auch eine Delegation der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft (IEWG) nahm teil.
Diese Wiederbeschäftigung mit Wiechert führte vor Augen, wie aktuell sein Leben und sein Werk sind, wieviel er uns heute wieder zu sagen hat. Dies ermutigt die IEWG, sich zu aktivieren. Hierzu gehört auch die Bildung von Freundeskreisen ausserhalb Deutschlands.

Nachdem ich am Stäfner Anlass mitgewirkt hatte, setze ich mich nun für die Bildung eines Schweizer Freundeskreises Ernst Wiechert ein. Im Hinblick darauf wurde ich auch in den Vorstand der IEWG aufgenommen.

Ernst Wiechert war ein Schriftsteller der inneren Emigration während der Nazi-Herrschaft. Wegen seines öffentlichen Eintretens für Verfolgte kam er ins Konzentrationslager Buchenwald und wurde anschliessend durch Propagandaminister Goebbels mit dem Tod bedroht. Daraufhin verzichtete er auf öffentlichen Widerstand, führte aber sein widerständiges literarisches Werk weiter. (Kurzporträt Wiecherts auf einer Webseite der Gedenkstätte Buchenwald: Link.)

Nach Kriegsende und Niedergang des Nationalsozialismus warnte Wiechert 1945 in einer «Rede an die deutsche Jugend» vor einer Wiederkehr solchen Ungeists, solcher Untaten. Angesichts erneut aufsteigenden Rechtsextremismus‘ hat diese Rede an Aktualität gewonnen. Ich habe sie vorgestellt und kommentiert (Link).

Die Zugehörigkeit zum Freundeskreis Ernst Wiechert ist keine Vereinsmitgliedschaft und mit keiner finanziellen Verpflichtung verbunden. Der Freundeskreis wird über Publikationen und Anlässe betreffend Wiechert und sein Werk informiert und zu Anlässen eingeladen, welche auch in der Schweiz und im grenznahen Deutschland stattfinden sollen. Sie bezeugt lediglich Interesse an Wiecherts Werk, und wenn möglich die Bereitschaft, auch Andere auf dieses hinzuweisen, Informationen darüber weiterzuverbreiten.

Erfreulich ist, dass es auch einen polnischen Freundeskreis Ernst Wiechert gibt. Die vormals ostpreussische Gemeinde Kleinort, wo Wiechert aufwuchs, gehört heute zu Polen. Die Ernst-Wiechert-Gemeinschaft steht für Aussöhnung und Freundschaft zwischen Deutschland und Polen – leider keine Selbstverständlichkeiten.

Wenn Sie sich für den Schweizer Freundeskreis Ernst Wiechert interessieren, freue ich mich über Ihre Mitteilung an meine E-Mail-Adresse: ueg@ueg.ch, oder an die Postadresse: Schweizer Freundeskreis Ernst Wiechert, Poststrasse 35, 8700 Küsnacht.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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1 Kommentar

  1. Wunderbar! Somit besteht die Hoffnung, dass diesem Dichter die seinen Überzeugungen entsprechende Beachtung entgegengebracht wird, bieten doch sein Grundprinzipien: die Mitmenschlichkeit, die gegenseitigen zwischenmenschlichen Abhängigkeiten, die wie ein roter Faden seine Werke kennzeichnen, hochaktuelle Einsichten, auch im Gegenüber zu IT und KI, aber auch zur einseitig auf Wirtschaftlichkeit konzentrierten – unmenschlichen – egozentrierten Gesellschaft, vertreten durch social – besser unsocial – medias, durch eine einseitig orientierte Politik, die v.a. materielle, eben wirtschaftlich Werte, zum Inhalt hat und wenig auf das eigentlich Menschsein, auf die eigentlichen Bedürfnisse der Zusammengehörigkeit, zur gegenseitigen Verständigung aller Menschen, eingeht, eine Politik und auch durchschnittliche Haltung der egozentrierten – statt mitmenschlich – orientierten Gesellschaft, die zu einem zunehmenden Verlust dieser Mitmenschlichkeit führt, mit verheerenden Folgen, wie massive Zunahme der Suicidrate unter Jugendlichen, Abschiebung von Behinderten, Alternen in Heime, was zu zunehmender Vereinsamung führt. Es wird sogar von Entmenschlichung gesprochen! Schön aber, dass in letzter Zeit eine diskrete Gegenbewegung stattfindet, indem sich Menschen an die Mitmenschlichkeit erinnern: „Herz Basierte Medizin“ von Prof. Jan Bonhoeffer, Magazin-Kolumne „Wir verstummen“ von Philipp Loser, das Buch „Liebe! Ein Aufruf“ von Daniel Schreiber insofern sind Ernst Wiecherts Gedanken hochaktuell, zwar formuliert in etwas altertümlicher, wenn auch gewählter, Sprache und in der dichterischen Darstellung vergangener Zeiten. Viel Erfolg bei der Bildung dieses Freundeskreises!

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