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Wie werden sich die Beziehungen des Westens und der Schweiz zu China entwickeln?

Die Vorzeichen für die Entwicklung der Beziehungen des Westens und der Schweiz zu China sind widersprüchlich. Das eine Extrem verkörpern US-Präsident Trump und viele seiner Parteigänger und Anhänger: Sie überziehen China mit Beschuldigungen und Drohungen. Ein anderes Extrem verkörpern derzeit jene Italienerinnen und Italiener, die in China einen besseren Freund zu erkennen glauben als in der EU. Derweil liefert China mehr denn je Schutzmasken nach dem Westen. – Und die gute Zürcher Gesellschaft, die bisher stolz auf ihren Grasshoppers Club war, verkauft ihn nach Hongkong, das mehr und mehr durch Beijing dominiert wird…

Bei allem berechtigten Misstrauen und Widerwillen gegen die chinesische Parteidiktatur, ihre globale Machtpolitik und ihre Zensureingriffe bis in europäische (auch schweizerische) Organisationen hinein: Eine europäische und schweizerische Konfliktstrategie findet nur sehr begrenzt statt, heute und wohl auch morgen. Wahrscheinlich wird man ein Gesetz erlassen, um die Übernahme wichtiger schweizerischer Unternehmen durch China zu verhindern. Aber ein Rückzug der schweizerischen Waren- und Dienstleistungs-Exporteure aus China ist nicht vorstellbar, erst recht nicht in der Corona-Rezession.

China wird wohl in Ost- und Südeuropa seine Präsenz ausbreiten. Der Hafen von Piräus gehört ihm schon lange. Aber ein Land wie Italien wird sich nach einiger Besinnungszeit wohl kaum der Illusion hingeben, es sei möglich und in seinem Interesse, die Zugehörigkeit zum demokratischen Europa durch eine ökonomische und politische Partnerschaft mit China zu ersetzen.

Es ist möglich, dass China den Westen machtpolitisch mehr und mehr herausfordert, wohl primär in Asien. Allerdings ist die Diktatur unter Xi bisher durch gefährliche Realpolitik, nicht aber durch Abenteurertum oder gar Suizidalität aufgefallen. Militärische Zugriffe, wie derjenige Putins auf Teile der Ukraine, mag sie vorbereiten, aber hat sie noch nicht ausgeführt. Am stärksten gefährdet ist wohl weiterhin Taiwan, aber auch in diesem Konflikt blieb es jahrzehntelang beim Säbelrasseln.

Allerdings hat die chinesische Globalpolitik durchaus einen potenziell gefährlichen emotionalen Treiber: China wurde im 19. Jahrhundert und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs durch den Westen und Japan aufs Härteste geschlagen und gedemütigt. Man lese einmal über die Opiumkriege. Da sind Rechnungen offen.

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Zu Beschuldigungen Chinas aus den USA: „Wie gehen wir  publizierten Geheimdienstinformationen um?“

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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