Sie befinden sich hier:

Geisteswissenschaften – wir brauchen sie, und sie haben Zukunft.

Vier starke Seiten in der „NZZ am Sonntag“ (10.3.24), eingeführt durch Peer Teuwsen, Leiter des Ressorts Kultur:
„Ausgerechnet in den Studienfächern, die kritisches Denken und Differenzierung schulen, sinken die Studienzahlen. Das dürfte für die Schweiz dramatische Konsequenzen haben. (…)“

Und dann zwei packende Artikel und ein Interview.

Wussten Sie, dass Manfred Papst, dessen Literaturkolumnen Lesegenuss sind, auch Sinologie studierte? Ich nicht. Aber seine Begründung leuchtet ein.

Die Soziologin Emily Murphy im Interview mit Linus Schöpfer:

„Was passiert mit einer Gesellschaften, die Geisteswissenschaft geringschätzt oder die gar bekämpft?“

„Solche Gesellschaften geraten in ernste Schwierigkeiten. Zum einen, weil die Fähigkeiten der Geisteswissenschafter im Arbeitsmarkt offensichtlich gefragt sind. (…) Dazu kommt der Blick auf die Gesellschaft als Ganzes. So brauchen wir die Geisteswissenschaften dringend, wenn es um Ethik geht. Nehmen wir das Beispiel der künstlichen Intelligenz (…). Geisteswissenschaften sind prädestiniert dafür, solche Fragen aufzuwerfen. Es sind Fragen, die für unsere Gesellschaft entscheidend sind.“

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Wachsende Abhängigkeit der Journalistinnen und Journalisten von ihren Arbeitgebern.

Der Wechsel des Medienjournalisten Rainer Stadler von der NZZ zu Infosperber weist auf einen Aspekt der Entwicklung des Mediensystems hin, der ernster zu nehmen ist: Die Abhängigkeit der Journalistinnen und Journalisten von ihren Arbeitgebern wächst, weil es immer weniger Alternativen gibt. Dazu kommt, dass sich zwei grosse Arbeitgeberfirmen, die NZZ und die Tages-Anzeiger-Gruppe, nach rechts bewegen. Wer, obwohl nicht links stehend, diese Bewegung nicht mitmachen will, hat ein berufliches und ökonomisch-existenzielles Problem.

Weiterlesen »

Ja, es ist richtig und wichtig, zu „schützen, was Europa ausmacht“

Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, hat ein Kommissionsressort „Schützen, was Europa ausmacht“ geschaffen: „Protecting the European Way of Life“. Gibt es das? Ja – bei allen Unterschieden zwischen den Regionen und Völkern Europas. Und ist das schützenswert? Ja. Humanität und Respekt gegenüber Geflüchteten und Migrierten werden sich nur behaupten, wenn sie einhergehen mit glaubwürdiger Entschlossenheit, in Europa eine durch Liberalität, Rechtsstaatlichkeit und gleiche Rechte für die Geschlechter bestimmte Lebensweise hochzuhalten.

Weiterlesen »