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Wenn die Nicht-Wählbarkeit die Wahl entscheidet

Donald Trump wurde Präsident, weil der Widerwille, Hillary Clinton zu wählen, zu stark verbreitet war. Hätte Boris Johnson die Wahl gewonnen, wenn Labour von einem wählbareren Spitzenkandidaten geführt worden wäre und die Chefin der Liberaldemokraten nicht so schwer gepatzert hätte? Es ist wohl vernünftig, sich auf eine zweite Amtsdauer Trumps einzustellen. Aber der wohl wichtigste Faktor ist noch nicht bekannt.

Wird es den Demokraten gelingen, eine Kandidatur aufzubauen, die Wahlchancen hat? Bis jetzt sieht es nicht danach aus, aber unmöglich ist es nicht. Von Bedeutung ist erfahrungsgemäss auch die Bestimmung des Kandidaten oder der Kandidatin für die Vizepräsidentschaft: des „Running Mate“. Er oder sie muss andere Bevölkerungskreise ansprechen als die Nummer Eins. Beachtenswert ist, dass Bürgermeister und Afghanistan-Veteran Pete Buttigieg, ein Bewerber, der nach verbreiteter Auffassung sehr gute Voraussetzungen hätte, Trump gefährlich zu werden, homosexuell ist. Ist eine Mehrheit der US-amerikanischen Wählerschaft aufgeklärt genug, ihn zu wählen? Darf, kann oder muss der Konvent der Demokraten diese Überlegung anstellen? Ausser Zweifel steht, dass Trumps Männer fürs Grobe alles täten, um Buttigiegs sexuelle Orientierung aufs Brutalste gegen ihn auszuschlachten.

Das Erfordernis wählbarer Kandidaturen wird überlagert durch die Flügelkämpfe in Parteien Mitte-Links. Weshalb gelingt es Rechtspopulisten so viel besser, geschlossen hinter eine Führung zu stellen? Das wird sich wohl nicht so bald ändern.

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Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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