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Sterben an Corona.

Einige geben sich philosophisch: Wir müssten wieder lernen, den Tod anzunehmen. „Lasst die einen sterben, damit die andern normal leben können“, lautet, auf den Punkt gebracht, die Botschaft.
Nur leider ist das kein philosophischer, sondern ein oberflächlicher Umgang mit der Realität.

Befassen wir uns nicht nur mit dem OB und dem DASS des Sterbens an Corona, sondern mit dem WIE. Die bürgerliche „Frankfurter Allgemeine“ schreibt in einem Leitartikel am 5.11.21, oft handle es sich um einen „qual­vol­len und einsa­men Tod“.

Gern schreiben Angehörige in Todesanzeigen, die oder der Verstorbene sei friedlich dahingegangen, im Beisein ihrer/seiner Lieben. Das ist es, was wir den Menschen wünschen, denen wir nahe stehen, und das ist es auch, was wir für uns selber eines Tages erhoffen.

Es gibt gute Gründe, Individuen, Gesellschaft und Wirtschaft einen weiteren Shutdown oder Lockdown zu ersparen. Die vielfältigen Schäden wären zu schwer. Aber der Appell, das Sterben anzunehmen, gehört nicht zu den guten Gründen.

Tun wir deshalb auf jede andere Weise als Shutdown oder Lockdown unser Bestes, um möglichst viele Menschen vor schmerzhaftem, einsamem Sterben an Corona zu schützen – und dass möglichst wenige Angehörige auf Distanz solches Sterben miterleiden müssen.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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