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Zur Erwartung, durch Nato und demokratisches Europa militärisch geschützt zu werden

Dieser Tage wird zurecht vermehrt darüber geschrieben und gesprochen, mit welcher Selbstverständlichkeit die offizielle Schweiz damit rechnet, durch die Nato und vielleicht künftig durch eine europäische Verteidigungsorganisation verteidigt zu werden, ohne dass die Schweiz eine valable militärische Eigenleistung erbringt, von Gegenleistung gar nicht zu reden.

Werden die Nato und/oder die EU eines Tages Forderungen stellen oder der Schweiz erklären, dass sie mit ihrem Schutz nicht mehr rechnen kann?
Vielleicht nicht. Aber etwas Anderes ist wahrscheinlicher: Dass sich Nato und EU stillschweigend darauf einstellen, ihre militärischen Interessen auf schweizerischem Territorium ohne Absprache mit den Schweizer Behörden zu wahren – damit ihr Gegner dieses Territorium und wertvolle Potenziale der Schweiz nicht nutzen kann.
Dann droht das Szenario des Zweiten Koalitionskriegs. Wem sagt das noch was? Wir täten gut daran, dieses Szenario noch ernster zu nehmen als dasjenige des Ersten und Zweiten Weltkriegs.

Mehr dazu:

„Kriegsschauplatz Schweiz – wäre wieder möglich, was 1799 – 1801 geschah?“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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Ein Kommentar

  1. Historisch mag die Auffassung zutreffen, dass die CH im Kriegsfall zum Spielball der NATO werden könnte.
    Dass wir uns deshalb dieser Verteidigungsgemeinschaft als Teil Europas zwingend (direkt oder indirekt) anschliessen sollten ergibt für mich keinen Sinn. Die Schweiz ist geographisch von einer Knautschzone umgeben, die zuerst einmal vom „BöFei“ aus Richtung O/N/oder S durchdrungen werden muss. Die geographische Lage der CH erlaubt es ihr zunächst einmal abzuwarten, wie sich der Krieg im Osten entwickelt – das Beispiel Ukraine zeugt von einem langwierigen und höchst aufwendigem Unterfangen. Der Blitzkrieg der Nazis ist Geschichte. Statt sich somit als Passivmitglied in die aktuelle NATO-Kriegstreiberei einzureihen wäre die CH besser beraten, einen eigenen, autonomen und innovativen Weg zu beschreiten.
    Der F-35A-Deal krankt am Konsens, Einigkeit über den Preis scheint zu fehlen, ergo ist der Vertrag nach hiesigem Rechtsverständnis nicht zustandekommen oder anfechtbar, ergo Rückkehr auf Feld Null. Die frei gewordenen Mittel als Grundstein für ein IKRK 2.0 legen, das neben einer humanitären Aufgabe auch eine koordinierende, nationale wie internationale Katastrophenhilfe anbietet. D.h. die frei gewordenen Milliarden für die Schaffung und Aufrüstung einer IKRK-Katastrophenhilfe aufwenden mit Löschflugzeugen, Geniematerial, Rettungshunden, mobilen Spitälern, Personal etc. Alle bestehenden Mittel der gebeutelten CH-Armee auf einem Stand vor 1989 einfrieren und reaktivieren, soweit sinnvoll, wie z.B. Werkkompanien an der Grenze, Bunker-, ASU-Kapazitäten etc. Mit diesem Schachzug könnte eine glaubhafte Neutralität artikuliert werden, die CH wäre dann neutral, nicht weil sie sich aus Konflikten heraushalten und gar von diesen profitieren will, sondern weil sie nicht auf den Krieg sondern auf die schändlichen Folgen desselben fokussiert ist. Dies verlangt einen Verzicht auf Parteinahme, so völkerrechtswidrig kriegerische Ereignisse auch sein mögen, also eine Neutralität im Sinne des genannten IKRK 2.0!

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