Sie befinden sich hier:

Wird Grossbritannien zum Leader für Staaten und Kräfte, die ein anderes Europa wollen? (2)

Der Historiker Timothy Garton Ash erwartet, dass auch andere EU-Länder die EU verlassen wollen, wenn sich der Brexit als erfolgreiches Geschäftsmodell für Grossbritannien erweist.

Am 13.12.2019 erschien bei PolitReflex der Artikel „Wird Grossbritannien zum Leader für Staaten und Kräfte, die ein anderes Europa wollen?“ (Link dazu.)

Hierzu nun der Historiker Timothy Garton Ash in einem Interview, erschienen im „Tages-Anzeiger“ vom 21.12.2019, S. 2f.:

„Kurzfristig hat er (der Brexit) eine positive Wirkung auf Europa. Selbst in den euroskeptischen Ländern wie zum Beispiel in der Tschechischen Republik ist die Unterstützung für den Verbleib in der EU gestiegen. Wenn wir aber zehn Jahre vorausblicken, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder geht es Grossbritannien nach dem Brexit schlecht. Das hätte verheerende Folgen für Europa, wirtschaftlich und vor allem sicherheitspolitisch. Geht es aber gut, weil die Engländer in zehn Jahren ein alternatives Geschäftsmodell gefunden haben, wird England zum Alternativmodell. Dann sagt ein Matteo Salvini oder ein Viktor Orban, das will ich auch.“

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Das Schicksal derer, denen der Taliban-Terror droht, geht nicht nur die USA an.

Gemeinsamkeiten von „Vietnam“ und „Afghanistan“ sind augenfällig. Aber es gibt einen Unterschied: Gegen die militärische Intervention der USA und ihrer Verbündeten gegen die Taliban gab es keine Proteste, die mit den Kampagnen gegen den Vietnamkrieg vergleichbar gewesen wären. Deshalb ist kaum jemand berechtigt, sich aus der Verantwortung zu nehmen mit dem Argument, die USA hätten dies eingebrockt und sollten nun selber und alleine den Menschen helfen, denen Taliban-Terror droht und die vor ihm zu fliehen versuchen.

Weiterlesen »

Ist die EU doch fähig, zur Stabilität Europas beizutragen?

Einigung mit dem britischen Premierminister über die Anwendung der Brexit-Regeln auf Nordirland, Vermittlung zwischen Serbien und Kosovo: Innert weniger Tage zwei Vorgänge, die Hoffnung nähren – auch wenn ihre dauerhafte Bedeutung im ersten Fall davon abhängt, dass sich der britische Premierminister in seiner Partei damit durchsetzen kann, im zweiten Fall, dass die Regierungen der beiden Parteien das Vermittlungsergebnis wirklich umsetzen.

Weiterlesen »