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Willy Bretscher, Aussen- und Sicherheitspolitik und Rechtsextremismus

Wenn sich Freunde Putins und der AfD auf Willy Bretscher berufen.
Seit Wochen führt die Weltwoche mit Zitaten des früheren NZZ-Chefredaktors und freisinnigen Nationalrats Willy Bretscher (1897 – 1992) Kampagne für Blochers „Neutralitätsinitiative“.
Willy Bretscher kann sich nicht dagegen wehren…

1939 und in den folgenden Kriegsjahren hatte für  verantwortliche Schweizer Politiker und Publizisten erste Priorität, eine Besetzung von Teilen der Schweiz – ausserhalb des Réduits – durch Wehrmacht und SS zu verhindern. Die Neutralitätspolitik, für die sich Willy Bretscher damals aussprach, war Teil dieser politischen Strategie.

Die Weltwoche impliziert nun ohne Weiteres, der angeblich von ihr verehrte Willy Bretscher wäre weder gewillt noch fähig gewesen, in den gut 80 Jahren, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verstrichen sind, neue Lagebeurteilungen, neue aussen-, europa- und sicherheitspolitische Positionsbestimmungen vorzunehmen.

Ein Hinweis für seine Bereitschaft zu Neubeurteilungen: 1968 wurde die Schweizerische Gesellschaft für Aussenpolitik gegründet. Willy Bretscher war ihr erster Präsident. „Im Februar 1967 hatte der NZZ-Chefredaktor (und ab 1968 erster Präsident der SGA-ASPE), Nationalrat Willy Bretscher, ein Postulat eingereicht, in welchem der Bundesrat ersucht wurde, einen Bericht zu erstatten über das Verhältnis der Schweiz zu den Vereinten Nationen und besonders auch über die Aussichten und Möglichkeiten eines Beitritts unseres Landes unter Wahrung des Neutralitätsstatuts.“ (Link)

Willy Bretscher war ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus und der faschistischen, hitlerfreundlichen Schweizer Frontenbewegung, wie auch ein Gegner des Kommunismus – gewiss kein politischer Ahne einer Zeitung und Bewegung, die sich an die Seite der geschichtsrevisionistischen, rechtsextremen, Putin-freundlichen AfD, an die Seite Putins und anderer rechtsautoritären Potentaten stellt.

 

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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1 Kommentar

  1. Die Weltwoche war einmal ein Blatt das sich gegen jeglichen Faschismus wehement und konsequent wehrte! Die legendäre Journalistin und Fotografin Annemarie Schwarzenbach gehörte zu den Bannerträgerinnen ! Was ist nur aus dem Blatt geworden? Billiger Populismus und berechnende Strategie gegen die Interessen der Schweiz

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