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Wieder mehr schweizerisches Kulturschaffen im „Feuilleton“ der NZZ?

Auch in der NZZ wurde schweizerisches Kulturschaffen aus dem „Feuilleton“ verdrängt. Nicht wie in den Tamedia-Blättern durch die Zusammenlegung mit „Gesellschaft“ und „Wissenschaft“, sondern weil Ressortleiter Benedict Neff das „Feuilleton“ zu einer politischen Zeitung in der Zeitung machte. Nun wird Neff Auslandchef.

Benedict Neff machte das „Feuilleton“ der NZZ zur Plattform rechtskonservativer Autorinnen und Autoren, Interviewpartnerinnen und -partnern aus dem In- und Ausland, zu supranationalen Themen. Hierfür wird ihm ab kommendem März das Ressort „International“ zur Verfügung stehen. Auch für die schweizerische NZZ-Politik ist der rechte Redaktionsflügel nicht auf das „Feuilleton“ angewiesen. Katharina Fontana sorgt dort für stetige starke Präsenz des entsprechenden Gedankenguts.

Medien, die – jedes auf seine Weise – durchaus zeitgemäss und zukunftsfähig sind, begleiten das schweizerische Kulturschaffen viel enger als das NZZ-„Feuilleton“ und das Ressort Kultur/Gesellschaft/Wissenschaft der Tamedia-Organe: Die rechtszeitgeistige „Weltwoche“, die linke „WOZ“ und die „Republik“. Auch die Kulturberichterstattung der „Schweiz am Wochenende“ lässt sich sehen, und die „NZZ am Sonntag“ bietet eine periodische Bücherbeilage. Beeindruckend sind auch die Kulturteile von Zeitungen der Romandie.

Etliche Redaktionen haben also durchaus den Eindruck, schweizerisches Kulturschaffen interessiere viele Leserinnen und Leser – und zwar nicht nur Opernhauspremieren und People-Stories über internationale Stars. Die NZZ könnte gut daran tun, das schweizerische Kulturschaffen wieder enger zu begleiten.

 

 

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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