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Wie fügt sich der oder die Neue der Mittepartei in DIESEN Bundesrat ein?

Wer sich jetzt für oder gegen eine Bundesratskandidatur entscheiden muss, muss sich vorstellen können, sich in DIESEN Bundesrat einzufügen: Einen Bundesrat mit einer Dominanz von SVP und FDP, die Viola Amherd nach verbreiteter Wahrnehmung zermürbte.

Wer künftig die Mittepartei im Bundesrat vertritt, muss zwischen Skylla und Charybdis navigieren: Vermeiden, von Anfang an in eine politisch und menschlich schwer zu ertragende Oppositionsrolle zu geraten, aber trotzdem eine eigene Identität als Bundesrätin, Bundesrat entwickeln.

Wenn es nun zu überraschenden Absagen von Favoritinnen und Favoriten kommt, kann dies damit zusammenhängen, dass sie sich diesen Bedingungen nicht aussetzen wollen oder können. Am leichtesten fiele eine Zusage wohl jemandem, der oder die dem SVP-FDP-Quartett nahe genug steht, dass ihm eine harmonische Startphase nicht schwer fiele. Die Harmonie mit dem Führungsteam würde allmählich die Chance erhöhen, eigene Erfolge zu erzielen, die zu Identität beitragen. Es ist ja auch nicht so, dass alle politischen Geschäfte immer nach den Kriterien beraten und entschieden werden, die SVP und FDP verbinden.

Daran fügt sich die Frage, wie sich eine solche Person und ein solcher Einstieg ins Amt auf die Partei und deren Wählerinnen und Wähler auswirken würde.

Die Mittepartei muss ihr Mitglied in einer neuartigen Situation ersetzen: Einer Entwicklung der Regierung in Richtung Koalitionssystem.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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