Wer künftig die Mittepartei im Bundesrat vertritt, muss zwischen Skylla und Charybdis navigieren: Vermeiden, von Anfang an in eine politisch und menschlich schwer zu ertragende Oppositionsrolle zu geraten, aber trotzdem eine eigene Identität als Bundesrätin, Bundesrat entwickeln.
Wenn es nun zu überraschenden Absagen von Favoritinnen und Favoriten kommt, kann dies damit zusammenhängen, dass sie sich diesen Bedingungen nicht aussetzen wollen oder können. Am leichtesten fiele eine Zusage wohl jemandem, der oder die dem SVP-FDP-Quartett nahe genug steht, dass ihm eine harmonische Startphase nicht schwer fiele. Die Harmonie mit dem Führungsteam würde allmählich die Chance erhöhen, eigene Erfolge zu erzielen, die zu Identität beitragen. Es ist ja auch nicht so, dass alle politischen Geschäfte immer nach den Kriterien beraten und entschieden werden, die SVP und FDP verbinden.
Daran fügt sich die Frage, wie sich eine solche Person und ein solcher Einstieg ins Amt auf die Partei und deren Wählerinnen und Wähler auswirken würde.
Die Mittepartei muss ihr Mitglied in einer neuartigen Situation ersetzen: Einer Entwicklung der Regierung in Richtung Koalitionssystem.