Interessant ist die Wahl von Werner Salzmann (SVP) zum Berner Ständerat. Salzmann ist sachpolitisch durchaus ein Hardliner. Je nach Konstellation genügt es, nicht durch schrille Töne aufgefallen zu sein, um gewählt zu werden. Das trifft, soweit wir sehen, auch auf Marco Chiesa zu, der als erster SVP-Mann zum Tessiner Ständerat gewählt wurde.
Nicht schrill zu sein, genügt aber nicht immer. Sonst wäre wohl der Zuger Regierungsrat Tännler in den Ständerat gewählt worden. Es wäre interessant, weshalb ihn der Freisinnige Michel deutlich distanzierte. Hat Tännler im Wirtschaftskanton Zug die Sachpolitik, insbesondere die Europapolitik, der SVP zu stark geschadet?
Werden sich die Wahlergebnisse von Salzmann, Köppel und Tännler auf die Entwicklung der SVP in Richtung Nach-Blocher-Ära auswirken? Mit Hardlinern, die keine Grobiane sind, käme die Partei vielleicht am besten voran. Ein Intellektueller wie Roger Köppel müsste eigentlich in der Lage sein, irgendeine Konsequenz daraus zu ziehen, sei es bezüglich Führungsanspruchs oder persönlicher politischer Weiterentwicklung.
Bemerkenswert ist das Ergebnis in St. Gallen: Es bestätigt erneut, dass der Kanton gar nicht so konservativ ist. Während vieler Jahre liess er sich durch Persönlichkeiten Erika Forster (FDP) und Eugen David (CVP) vertreten, dann durch Paul Rechsteiner und Karin Keller-Sutter, und nun also durch Beni Würth und Rechsteiner. Übrigens sprach bzw. spricht der frühere St. Galler FDP-Ständerat Paul Bürgi und die frühere Ständerätin Erika Forster Zürichdeutsch…