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Wer gegen Andersdenkende gewalttätig wird, provoziert Gegengewalt

Die breite Ablehnung der physischen Attacken auf Andersdenkende, zuletzt auf Roger Köppel und Christoph Mörgeli, ist erfreulich. Ein grosser Teil meiner Schreibarbeit gilt dem Kampf gegen die Politik dieser beiden Herren. Aber solche Übergriffe auf Andersdenkende sind kategorisch abzulehnen – auch weil sie Gegengewalt provozieren.

Ob solche „Autonome“ Bescheid wissen über die Strassenkämpfe zwischen Links- und Rechtsradikalen in den dreissiger Jahren? Ob sie wissen, dass damals in Deutschland die Rechtsradikalen die Oberhand bekamen? Und dass solche Auseinadersetzungen auch in Zürich stattfanden? Wollen sie es wieder einmal probieren? Kein Zweifel, dass die Rechtsextremen gut auf Strassenkämpfe vorbereitet sind. Sie imponieren bereits mit besonders brutalen Martial-Art-Veranstaltungen. Sie warten wohl nur auf Vorwände, um ihre Muskeln zur Wirkung zu bringen.

Extreme politische Richtungen werden immer einen gewaltbereiten Teil haben. Man muss sich aber bewusst sein, was eine Verschiebung der Politik von den demokratischen Verfahren zu dem physischen Auseinandersetzungen bedeutet: Machtverschiebungen auch innerhalb der Lager. Muskelkraft und Training werden zu Machtfaktoren. Frauen und generell Menschen, die sich für diese Art Politik nicht eignen oder keine Neigung dazu haben, verlieren an Einfluss.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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