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Was tun, um die Wirkung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Gesellschaft und Politik zu steigern?

Vor allem Klimawandel und Pandemie haben das Bewusstsein um Bedeutung, Chancen und Risiken der Wissenschaftskommunikation gestärkt. Es entbrannten Kontroversen über die Aufgabenteilung zwischen Wissenschaft und Politik. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz haben diese Entwicklung erkannt und legen nun Empfehlungen einer Expert:innengruppe „zur Förderung der Wissenschaftskommunikation und des gesellschaftlichen Engagements mit der Wissenschaft in der Schweiz“ vor.

Zwanzig Empfehlungen werden abgegeben und ausführlich begründet:

  1. Wissenschaftskommunikation und öffentliches Engagement sollten ein
    akzeptierter Teil der wissenschaftlichen Kultur und Praxis werden.
  2. Wissenschaftskommunikation sollte Teil wissenschaftlicher Ausbildung sein,
    insbesondere für junge Wissenschaftler:innen.
  3. Wissenschaftler:innen, die öffentlich kommunizieren, sollte sowohl
    professionelle als auch soziale, psychologische und nötigenfalls rechtliche
    Unterstützung angeboten werden.
  4. Das Verständnis von Wissenschaftler:innen für die öffentliche Wahrnehmung
    von Wissenschaft und ihre Rolle in der Gesellschaft sollte gefördert werden.
  5. Wissenschaftler:innen und wissenschaftliche Organisationen sollten
    evidenzbasierte Wissenschaftskommunikation verstehen und praktizieren.
  6. Ein Dialog über die Ziele und Normen von Wissenschaftskommunikation und
    gesellschaftlichem Engagement mit der Wissenschaft ist notwendig.
  7. Wissenschaftler:innen und wissenschaftliche Organisationen sollten
    kommunizieren, wie Wissenschaft funktioniert, inklusive Unsicherheiten,
    unterschiedlicher Perspektiven und gesellschaftlicher Relevanz.
  8. Wissenschaftskommunikation mit unterversorgten Zielgruppen sollte
    intensiviert werden.
  9. Partizipative Forschung sollte unterstützt und extensiviert werden.
  10. Institutionelle und individuelle Wissenschaftskommunikation sollte die
    spezifischen Werte der Wissenschaft zum Ausdruck bringen.
  11. Institutionelle Wissenschaftskommunikation sollte intern durchgeführt und
    koordiniert werden.
  12. Forschung zur Wissenschaftskommunikation im Internet sollte finanziell,
    durch verbesserte Datenzugänge und Capacity Building gefördert werden.
  13. Wissenschaftskommunikation muss Des- und Misinformation
    entgegenwirken.
  14. Wissenschaftskommunikation und gesellschaftliches Engagement mit der
    Wissenschaft sollten die Vielfalt der Wissenschaft berücksichtigen und
    widerspiegeln.
  15. Die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik muss gestärkt und
    institutionalisiert werden.
  16. Es braucht eine neue Infrastruktur zur Förderung des Wissenschaftsjournalismus’, die innovative Projekte und Kerninfrastrukturen finanziert.
  17. Der Wissenschaftsjournalismus im service public und in etablierten Medienhäusern sollte gestärkt und redaktionsübergreifend vernetzt werden.
  18. Ein nationaler Anbieter für wissenschaftsbezogene News ist nötig.
  19. Finanzielle Unterstützung und Förderung der Unabhängigkeit von
    Freiberufler:innen.
  20. Innovationen im Schweizer Wissenschaftsjournalismus sollten gefördert
    werden.

Link zur Webseite „Wissenschaftskommunikation“ der Akademien der Wissenschaften Schweiz. En français.

Link zur Medienmitteilung der Akademien der Wissenschaften Schweiz.

Link zu den Empfehlungen.

Link zur Expert:innengruppe.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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