Auszug aus Weissmanns Artikel unter dem Titel „Stamm der Verwurzelten“: „Die AfD ist keine Auferstehung der alten Union, keine Wiedergängerin früherer Rechtsparteien. Sie normalisiert den deutschen Nationalismus, wie es SPD-Vordenker Peter Glotz vorhersah“:
Dass die AfD nicht nur ein Teil einer internationalen Bewegung, sondern auch „ein spezifisch deutsches Phänomen“ sei, werde „deutlich erkennbar an der Regelmässigkeit, mit der ihre Repräsentanten zwei Dogmen in Frage stellen, die zum Kern bundesrepublikanischer Zivilreligion gehören: die Vergangenheitsbewältigung und die Westbindung. Der eine Glaubenssatz hält fest, dass die Deutschen eine Kollektivschuld nicht nur für die Verbrechen der NS-Zeit tragen, sondern noch darüber hinaus, durch die Verursachung des Ersten Weltkriegs, Vernichtungsfeldzüge in den Kolonien, die Ausbeutung der Dritten Welt und den Klimawandel. Der andere betrifft die Überzeugung, dass die Deutschen sich historisch auf einem ‚Sonderweg‘ verirrt hatten, der zwangsläufig zur Machtübernahme Hitlers, zum Zweiten Weltkrieg und Massenmord führte, ein Vorgang, der erst mit der „Befreiung“ durch die Alliierten endete, die dafür sorgte, dass die Deutschen qua westernization in den Kreis der zivilisierten Völker eingegliedert werden konnten. (…)“