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Schweiz-EU und die nationalen Wahlen 2023.

Die Europapolitik wird im schweizerischen nationalen Wahlkampf 2023 eine zentrale Rolle spielen, aber ob die Wahlen die europapolitischen Kräfteverhältnisse in Parlament und Bundesrat ändern werden, ist bestenfalls offen.

Alexandre de Senarclens vertritt Les Libéraux-Radicaux (in der deutschsprachigen Schweiz die FDP) im Genfer Kantonsparlament. In einem Meinungsbeitrag, erschienen am 13.1.2022 in „Le Temps“, stellt er fest, dass der Bundesrat und die Parteien, die traditionell für die Bilateralen seien, Zeit gewinnen wollten, damit die Europapolitik nicht zum Thema des Wahlkampfs 2023 werde. Diese Strategie sei nicht akzeptabel. Auszug aus seinem Artikel siehe unten. Link zum Artikel..

Die Europapolitik durch Passivität aus dem Wahlkampf 2023 heraushalten zu können, ist ohnehin eine Illusion. Weder die SVP noch Operation Libero, die eine Volksinitiative vorbereitet, werden dies zulassen. Wenn die Wahlen 2023 zu einer innenpolitischen Deblockierung der Europapolitik führen sollen, muss diese ein zentrales Wahlthema werden. Die Wählerinnen und Wähler müssen wissen, welche Parteien und Kandidierenden für welche Europapolitik eintreten.

Noch sieht es zwar nicht danach aus, dass in Bundesversammlung und Bundesrat nach den Wahlen 2023 andere europapolitische Mehrheitsverhältnisse bestehen würden als jetzt. Entscheidend für die Bedeutung der Europapolitik für die Wahlen 2023 werden aber die Entwicklung der Nachteile sein, die der Schweiz aus dem Drittland-Status erwachsen, und die Erfahrungen mit den Kompensationsmöglichkeiten durch Ausbau der Geschäfts- und Kooperationsbeziehungen ausserhalb der EU (USA, Grossbritannien, China u.a.) Avenir Suisse verfolgt die Erosion der bilateralen Beziehungen systematisch mit einem Monitor (Link zum Erosions-Monitor).

Auszug aus dem Artikel „Face à l’UE, un Conseil fédéral qui gouverne? von Alexandre de Senarclens:

„Le secteur médical, fondamental pour la Suisse, est déjà touché par la résiliation de l’accord de reconnaissance mutuel sur les dispositifs médicaux et les entreprises suisses doivent désormais se conformer à des exigences plus strictes pour leurs exportations vers l’UE. Depuis juin 2021, la Suisse n’est plus considérée comme un Etat associé au 9e programme-cadre de recherche et d’innovation Horizon Europe de l’UE. Ce statut d’Etat tiers comporte de nombreuses restrictions pour nos hautes écoles. Leurs professeurs, chercheurs et étudiants sont désormais clairement désavantagés par rapport à leurs concurrents européens. Cela n’est qu’un début, l’érosion de nos atouts scientifiques et académiques va continuer, ce qui affectera notre compétitivité.

Dans ces conditions, nous ne pouvons pas perdre deux ans au prétexte que des échéances électorales auront lieu en octobre 2023. Il est urgent de trouver un cadre durable et ambitieux pour nos relations avec l’UE. Le Conseil fédéral doit assumer ses responsabilités et s’engager à régler les problèmes qui demeurent en suspens dans la négociation d’un accord, d’autant qu’ils sont parfaitement surmontables. Il s’agit de la plus importante question de relations internationales pour notre pays. Elle détermine la place de la Suisse au sein de l’Europe et plus largement dans le monde tant notre prospérité future et notre sécurité dépendent de nos alliances avec l’UE dans ce monde polarisé à l’extrême. La résolution de ces questions aura aussi un impact pour nos entreprises, PME ou multinationales, et par conséquent pour tous les Suisses. Un accord redonnera confiance à nos hautes écoles pour se projeter dans ce monde ultra-compétitif où l’innovation est fondamentale.

En d’autres termes, cette question est d’une absolue priorité. N’est-ce pas, d’ailleurs, absurde de débattre et voter tous les trimestres sur des sujets de référendum et d’initiative alors que le Conseil fédéral et les principaux partis de Suisse sont incapables de prendre position sur un sujet aussi central pour l’avenir de notre pays? Dans ce débat, le temps presse et il convient maintenant de sortir de l’ambiguïté.“

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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