Sie befinden sich hier:

Ralph Tharayil und die Entwicklung des Kulturjournalismus in der Schweiz

SWR-Bestenliste im September 2023: „Auf Platz fünf steht der Schweizer Ralph Tharayil mit dem Roman „Nimm die Alpen weg“. Dies berichtet die „Frankfurter Allgemeine“ am 31.8.23 im Feuilleton. Wann haben Sie in Ihrer Tageszeitung über Ralph Tharayil gelesen, eine Vorstellung oder gar Kritik dieses Romans?

Tharayils fünften Platz auf der SWR-Bestenliste nahm ich zum Anlass, seinen Namen zu googeln. Auf den ersten zehn Google-Seiten stiess ich auf Links zu folgenden Publikationen (in der Reihenfolge Seite 1 bis Seite 10):

SWR, SRF (Tagesschau), literatur.ch, bajour, openmikederblog.de, Berliner Zeitung, viceversaliteratur.ch, republik.ch, voland-quist.de, NDR, literaturhaus.ch, literaturhaus-basel.ch, WOZ, buchjahr.ch, stoffausluft.de, buchmarkt.de, buchbasel.ch, kulturzueri,ch, Deutschlandfunk, fridamagazin.ch, migrosmuseum.ch, lovelybooks.de, leipziger-buch,esse.de, perlentaucher.de, lesejury.de, agenda.tagesanzeiger.ch, Die Rheinpfalz, null41.ch.

Kulturjournalismus findet statt – aber kaum mehr in den Ressorts von Deutschschweizer Zeitungen, wo man solche Berichte und Kritiken vor ein paar Jahren noch gefunden hätte. Dort werden sie verdrängt: Durch Lifestyle-Themen bis hin (Bsp. Tages-Anzeiger) zum Zähnepflegen, durch weltanschauliche Betrachtungen bis hin (Bsp. NZZ) zu Ex-Bischof Huonders ehemaligem Generalvikar Grichting.

Kulturjournalismus findet statt: Bei SRF, in neuen, sehr lesenswerten Kulturplattformen wie viceversaliteratur, literatur.ch, literaturhaus.ch, fridamagazin.ch. Und auch in Onlinemedien wie Republik und bajour. Und – Tharayil sei dazu gratuliert – in deutschen Zeitungen und Sendern.

ch-intercultur setzt sich dafür ein, dass diese Entwicklung in der Kulturbotschaft 2025-2028 des Bundes behandelt wird: „Kulturjournalismus gehört in die Kulturbotschaft“. Link zu Manifest und Vernehmlassungs-Stellungnahme.

Mehr dazu:

„Der Kulturjournalismus gehört in die Kulturbotschaft“ (Link)

„‚Tatort‘-Drehbücher müsste man schreiben“ (Link)

„Steueroptimierung – Kulturschaffen?“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Der Putin-Winter führt ins Schweizer Wahljahr

Wenn die Folgen von Putins Gas-Erpressung die italienische Bevölkerung und Wirtschaft zu treffen beginnen, haben sie bereits gewählt. Die Rechtsextremen, so sie denn – wie jetzt erwartet wird – gewinnen, müssen sich in der Regierung bewähren. In der Schweiz führt der Putin-Winter ins Wahljahr – und man merkt es.

Weiterlesen »

Das Schweizer Kulturschaffen verliert seine Resonanz

Die „NZZ am Sonntag“ berichtet am 7. Januar 2024 über den Niedergang regionaler Kulturmagazine. Dennoch sei „in der Vorlage zur Kulturbotschaft 2025 Kulturpublizistik kein Thema“. – Immerhin unterschrieben mehr als 1’200 Personen das von ch-intercultur lancierte Manifest „Der Kulturjournalismus gehört in die Kulturbotschaft“.

Weiterlesen »