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Pflegende: Engste PartnerInnen der Schulmedizin – aber misstrauischer als viele Andere

Eigentlich würde man ein Vertrauensverhältnis erwarten zwischen Pflegenden einerseits, Schulmedizin und Naturwissenschaften anderseits. Aber der verbreitete Widerstand gegen das Impfen zeigt ein Misstrauen, das stärker zu sein scheint als ein anderen Teilen der Bevölkerung. Nur ein intensives, respektvolles Eingehen auf dieses Misstrauen könnte daran etwas ändern – wenn überhaupt.

„Eine Umfrage von Tamedia bei verschiedenen Alters- und Pflegeheimen zeigt, dass sich im Schnitt nur gerade rund ein Drittel der Angestellten zu einer Corona-Impfung durchringen kann.“ (2.2.21, Link zum Bericht hinter Paywall.)

Die Weigerung vieler Pflegender, sich impfen zu lassen, um die Menschen zu schützen, für die sie arbeiten und denen sie meist auch menschlich verbunden sind, ist schwer oder gar nicht verständlich. Es wurde aber weit herum eingesehen, dass Zwangsmassnahmen oder gar Entlassungsdrohungen falsch wären. Christoph Blocher meint, Pflegende, die sich nicht impfen lassen, müssten entlassen werden – und bekam Widerspruch von SVP-Nationalrätin Yvette Estermann, einer Ärztin: Wir haben sowieso schon zu wenig Pflegende.

Es bleibt nur Überzeugungsarbeit. Diese gelingt am ehesten über vorbestehende Vertrauensbeziehungen. Aber sie ist zeitaufwändig. Woher nimmt eine Ärztin, ein Arzt, die/der menschlich und fachlich das Vertrauen von Pflegenden geniesst, die Zeit für ein intensives Hin und Her des Argumentierens, des Informationsaustausches? Und doch: Das muss wohl vermehrt stattfinden, wenn man die Gefahr ernst nimmt, dass Pflegende Menschen anstecken, die sie pflegen.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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