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Pflegeberufe: Lieber keine neue Kollegin als eine, die unglücklich wird

Der Kampf für die Pflegeinitiative – oder für einen valablen Gegenvorschlag – wird mit beklemmender Härte geführt. Junge Menschen, die vor der Berufswahl stehen, hören die zentrale Botschaft: Wenn du einen Pflegeberuf wählst, läufst du ein Risiko von etwa 40 Prozent, dass du darin unzufrieden und unglücklich wirst und aussteigst. Wie gross müssen Empörung und Verzweifung sein, dass man das eigene Interesse an der Motivierung von Berufsnachwuchs so rigoros zurückstellt?

Ich befürworte einen starken Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative, und wenn keiner kommt, werde ich der Pflegeinitiative zustimmen. Aber ich werde froh sein, wenn dieser Kampf zu Ende ist. Dann wird es wohl möglich werden, zu unterscheiden. Auch zufriedene Pflegende werden wieder aus ihrem Arbeitsleben berichten. Es gibt Kliniken, Heime und Spitex-Organisationen, bei denen es besser möglich ist, einen Pflegeberuf zur Zufriedenheit auszuüben, und es gibt andere.

Wenn die Arbeitsbedingungen und die Achtung vor den Pflegenden generell besser werden sollen, wird man vermehrt auf diejenigen hinweisen müssen, die über diese Qualitäten verfügen: Über Good Practice und Best Practice. Und auch auf die andern.

Link zum Erfahrungsbericht einer ausgestiegenen Pflegenden in der „Republik“.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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