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Magdalena Martullo-Blocher: „Die Republikaner arbeiten in der Schweiz eigentlich nur mit der SVP zusammen.“

Christoph Blocher wollte früher keine Zusammenarbeit seiner SVP mit ausländischen Parteien. Seine Tochter macht nun in einem Interview im Tages-Anzeiger vom 30.11.24 klar, dass das vorbei ist. Auch Roger Köppels Partnerschaft mit der AfD zeigt, dass man Teil einer erfolgreichen internationalen Bewegung sein will.

„Die anderen sind für sie links, wie die Demokraten“, fügt Martullo-Blocher ihrer Feststellung der exklusiven Zusammenarbeit der Republikaner mit der SVP bei (Link zum Interview).

Am Ende der Woche, in der Roger Köppel mitteilte, die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel sei künftig regelmässige Weltwoche-Kolumnistin, gibt die AfD bekannt, dass sie nun mit der Forderung nach Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union in den Wahlkampf gehe. Trump, Orban, Weidel, Putins Schröder – einem Netzwerk mit solchen Namen wollen offenkundig auch massgebliche Führungskräfte der SVP angehören.

Und Christoph Blocher? Das Mindeste, was man feststellen kann: Er lässt es geschehen. Und er sass in der vordersten Reihe, als Orban als Roger Köppels Gastredner im Hotel Dolder auftrat. – 2016 hatte sich Blocher geweigert, in der SRF-Sendung „Arena“ neben dem damaligen AfD-Vizepräsidenten Alexander Gauland zu stehen (Link).

Magdalena Martullo-Blocher ergreift im Tages-Anzeiger-Interview, in dem sie die Zusammenarbeit mit den Republikanern offenlegt, auch die Gelegenheit, die Nähe der Blochers zu Roger Köppel aufzuzeigen: „Als Donald Trump zum ersten Mal Präsident wurde, haben mein Vater, Roger Köppel und ich den amerikanischen Botschafter besucht.“ Und die Kantonalpartei, die der Familie am nächsten ist, die zürcherische, gibt ein kräftiges Bekenntnis zu Köppel ab: Er ist Hauptredner an ihrer Albisgüetli-Tagung, als Nachfolger Christoph Blochers.

Von grundsätzlichem Interesse ist aber die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unter Parteien. Bekannt ist, dass die schweizerischen Parteien internationalen Dachorganisationen angehören: Liberalen, christdemokratischen, sozialistischen. Aber Zusammenarbeit? Wofür und wogegen wird da zusammengearbeitet? Wie werden die gemeinsamen Ziele und Schritte der zusammenarbeitenden Parteien unter dem Aspekt des Landesinteresse beurteilt. Berührt die Zusammenarbeit auch die Tätigkeit der Bundesräte?

 

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Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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4 Kommentare

  1. Diese rechten Allianzen werden versuchen, die Oberhand zu gewinnen und die westlichen Demokratien zu schwächen oder gar zu zerstören. Es ist wichtig, dass wir uns energisch und laut dagegen wehren! Danke Herr Dr. Gut, dass Sie diese Themen immer wieder aufnehmen!

  2. „Trump und ich sind beide Down-to-Earth-Unternehmer“, meint Magdalena Martullo-Blocher neulich in der Handelszeitung. Die Ems-Chemie Chefin meinte es hier nur wirtschaftlich-unternehmerisch. Aber beim Blocher-Imperium wird Politik und Wirtschaft wenig unterschieden.

    Ulrich Guts Fragen sind in nur 2 1/2 Monaten noch viel dringender geworden, wie man nun in den letzten Woche gesehen hat. Vater Blocher meinte über Trump: „Er tut nur unseriös“ und so hofft Blocher bei der „konservativen Revolution“ dabei zu sein an der Seite von Trump.

  3. Patriotisch mögen viele Mitglieder der SVP sein. Das muss nicht schlecht sein. Ganz bestimmt unpatriotisch sind der Blocher-Clan und viele Führende der Partei. An erster Stelle stehen für sie kapitale Interessen und ganz bestimmt nicht die Interessen der Schweiz.

  4. Gleich und gleich gesellt sich gern. In Sachen Eigennutz scheint mir der Blocher-Clan durchaus Ähnlichkeiten mit dem Trump-Clan zu haben. 95% der SVP-Sympathisanten dürften wohl auf der unteren Hälfte der Vermögensskala beheimatet sein. Über ihren enormen Patriotismus lassen sie sich aber sehr leicht für die Kapitalisteninteressen mobilisieren.

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