Roger Köppel machte ja geltend, China werde in der Schweiz zu wenig verstanden. Es gibt wohl auch Aspekte der schweizerischen Politik, für die in China besseres Verständnis gefördert werden könnte: Zum Beispiel der Menschenrechtspolitik und der Handelspolitik.
In der „NZZ am Sonntag“ vom 29.12.19 stellt der Historiker Caspar Hirschi die spezielle Beziehung zwischen der „Weltwoche“ und China in den Zusammenhang der Einflussnahme Deutschlands und Frankreichs auf die Meinungsbildung in der Schweiz während des Ersten Weltkriegs. (Link zum Artikel „Staaten wie China nutzen Schweizer Medien für ihre Propaganda“.)
Für den Vorschlag, bei China um Gegenrecht nachzusuchen, gibt es einen jüngeren zeitgeschichtlichen Vorläufer in bescheidenerem Rahmen: In den siebziger Jahren lud eine Studentenorganisation mit linksextremer Mehrheit an der Universität Zürich einen Jus-Professor aus der DDR namens Wippold nach Zürich zu einem Vortrag ein. Eine kleine nichtsozialistische Studentengruppe, in der ich mich damals betätigte, verlangte, dass im Gegenzug ein Schweizer Staatsrechtler in der DDR solle referieren können. Das kam nicht zustande. Aber vielleicht hat sich ja Roger Köppel in China bessere Voraussetzungen für einen Gegenrechtsvorschlag geschaffen.