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Friedensnobelpreis erinnert daran, dass Mussolini Äthiopien auf den Leidensweg trieb

Im Innern brutale Diktaturen, nach aussen Krieg: Das war Äthiopien Schicksal während Jahrzehnten. Wenn es dem Friedensnobelpreisträger Abyi Ahmed gelingt, sein Land und dessen Nachbarn in eine bessere Zukunft zu führen, beendet er eine Leidenszeit, an dessen Anfang eine Untat des italienischen Faschistenführers und Diktators Mussolini stand: Die Besetzung Äthiopiens 1935/36.

Es gibt historische Romane, die besser als viele wissenschaftliche oder journalistische Abhandlungen einen Vorgang, eine Entwicklung verständlich machen. Ein solches Werk hat Francesca Melandri geschaffen: „Alle, ausser mir“. Es schlägt einen Bogen von den Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die die Faschisten in Äthiopien begangen haben, zum Flüchtlingselend der Gegenwart. Die fiktive Komponente besteht in Individuen mit ihren Schicksalen, welche prägnant und packend herausgearbeitet und plausibel in ein historisches und politisches Geschehen eingefügt werden, für das die Autorin eine enorme Recherchearbeit leistete. Enstanden ist ein hartes, ein belastendes Buch, das ich sehr empfehle.

Der italienische Faschismus stand dem deutschen Nationalsozialismus punkto Brutalität kaum nach. Italien ist wohl vor allem deshalb im Urteil der Nachwelt besser weggekommen als Deutschland, weil es gegen Kriegsende die Front wechselte. Aber das mildere Urteil darf sich nicht auf den Faschismus, auf Mussolini und seine grossen und kleinen Mittäter erstrecken.

Link zur Zusammenfassung von Rezensionen bei „Perlentaucher“.

Siehe auch „Tagesspiegel“: „Das Fremde in mir“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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