Professor Michael Hengartner, Präsident des ETH-Rats, zur Frage, ob „eine engere Zusammenarbeit mit den USA und China eine Alternative“ wäre: „Gute Zusammenarbeiten mit den USA oder China gibt es schon. Die Distanz, die unterschiedlichen Finanzierungssysteme und die zeitliche Verschiebung machen es jedoch schwieriger. 60 Prozent der Zusammenarbeiten finden im europäischen Raum statt, rund 25 Prozent in Nordamerika und rund 10 Prozent im asiatischen Raum.“ (Interview im Tages-Anzeiger vom 15.7.21)
Zwei ergänzende Bemerkungen dazu:
- Seitens unserer Universitäten sollte auch auf die Qualität der Forschungspartner eingegangen werden. Denn die EU-Gegner vertreten inzwischen eine eigene „Forschungspolitik“: Es sei gut für die Schweizer Forschung, wenn die Schweizer Hochschulen durch die gestörten Beziehungen zur EU gezwungen würden, den Anteil der Forschungszusammenarbeit mit den USA, Grossbritannien und China zu steigern, denn die Ratings dortiger Forschungsinstitute seien viel besser als die Ratings der Forschungsinstitute im EU-Raum. Die Schweizer Forschungsinstitute wählen ihre Partnerschaften in EU-Ländern nach strengen Qualitätskriterien aus, aber sie müssen dies auch geltend machen und darlegen, sonst beginnt die „Forschungspolitik“ der EU-Gegner Gehör zu finden.
- Ist von Zusammenarbeit mit China die Rede, muss auf Feststellungen eingegangen werden, dass China diese Beziehungen immer stärker in den Dienst seiner militärischen und geheimdienstlichen Ziele stellt. Chinesische Forscherinnen und Forscher in Europa werden bespitzelt und für Agentendienste angeworben. Solche Feststellungen sollen nicht ungeprüft verallgemeinert werden, aber auch nicht unbeachtet bleiben.