Estland ist aber auch das Land, das am ehesten befürchten muss, Putin wolle es durch einen militärischen Angriff „heim ins Reich“ holen, wenn er kriegserprobte Truppen aus der Ukraine abziehen kann.
Was Estland politisch, ökonomisch und technologisch erreicht, seit es nach dem Zerfall der Sowjetunion unabhängig wurde, ist beeindruckend. Umso tragischer wäre es, wenn über diesem Land, diesem Volk, Putins brutale Diktatur niederginge. Aber umso attraktiver ist Estland wohl auch als erstes Opfer von Putins Ziel, die Grenzen der Sowjetunion wiederherzustellen.
Estland muss darauf setzen, dass die anderen europäischen Demokratien Putin zumindest im Ungewissen lassen, ob ein Angriff gegen Estland auf Widerstand der Nato stossen würde. Ein Teil der strategischen Fachwelt ist nach wie vor der Meinung, dass Russland keinen Angriff wage, wenn er damit rechnen müsse, auf das – gemäss Beistandsartikel 5 – entschlossen eingesetzte Potenzial der Nato zu stossen.
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