Es sind die Fälle gescheiterter Integration, die Straftaten, die Schlagzeilen machen. Aber viele Afghanen und Afghaninnen haben sich – und wurden – in der Schweiz und in andern europäischen Ländern gut integriert. So wie heute nicht mehr nur geforscht wird, weshalb jemand erkrankt, sondern weshalb diese oder jener gesund ist, so muss sich die Integrationspolitik durch die Beispiele und Modelle GELINGENDER Integration inspirieren.
Integration ist Aufgabe beider Teile: Der Geflohenen und der schon länger oder schon immer hier Ansässigen. Die politische Haltung, die Integration sei nur Aufgabe der Kommenden, ist nicht im Interesse derer, die schon länger hier sind oder schon immer hier waren.
Das Ziel ist eine gemeinsam, zu beidseitigem Nutzen gestaltete Zivilisation. Dieses Ziel lässt sich erreichen, speziell mit den Afghaninnen und Afghanen, die nun vor den Taliban fliehen. Sie fliehen, weil sie durch ihren Willen und ihre Gewöhnung, in einer aufklärerischen Gesellschaft zu leben, in Misshandlungs- und Todesgefahr geraten sind. Sie sind politische Flüchtlinge im Sinne des klassischen Asylrechts.