Wenn ich nichts übersehen habe, erschien zum Beispiel im Tages-Anzeiger zwischen Samstag 14.8. und heute Montag 23.8. keine einzige Kritik eines neuen Buchs einer schweizerischen Autorin oder eines schweizerischen Autors. Im Feuilleton der NZZ wurden im selben Zeitraum drei Sachbücher vorgestellt: „1977“ des Historikers Philipp Sarasin (20.8.21) und zwei von den Historikerinnen Nadine A. Brügger (teilweise fiktiv) bzw. Franziska Rogger über die Frauenemanzipation in der Schweiz (17.8.21).
Es geht nicht darum, den Redaktionen ihre Prioritätensetzungen vorzuwerfen – die Kulturteile sind durchaus interessant geblieben. Sondern es geht darum, wie das schweizerische Kulturschaffen – und nicht nur die Literatur – im Medienwandel wieder zu mehr Resonanz kommt.
Am Donnerstag, 26. August 2021 befassen sich in Solothurn breite Kreise mit dieser Aufgabe (Link). Die Tagung verdient Beachtung und wird hoffentlich Folgen haben.
Siehe auch: „Wissenschaft und Kultur im Wandel von Medien und Informationskonsum“ (Link)