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Corona-Massnahmen: Wie repräsentativ ist die laute Kritik?

Der Ständerat wird vielleicht Beschlüsse einer Mehrheit des Nationalrates, dem Bundesrat die Corona-Bekämpfung aus der Hand zu nehmen und Massnahmen aufzuheben, nicht unterstützen. Damit könnte er an der bürgerlichen Basis durchaus verstanden werden. Denn Lautstärke der Kritik ist nicht mit Repräsentativität gleichzusetzen.

Die Nationalrätinnen und Nationalräte von FDP und Mittepartei stehen unter enormem Druck: Seitens der Wirtschaftsverbände, aber auch vieler Einzelpersonen, die den Untergang ihres Unternehmens befürchten. Diese aufgewühlte Stimmung wurde auch dadurch gefördert, dass Bundesrat, Verwaltung und Task Force den Eindruck aufkommen liessen, sie nähmen die Krankheitsschäden ernst, die Schäden von Shutdown-Massnahmen aber zu wenig.

An der Basis der bürgerlichen Parteien gibt es aber Viele, die Corona sehr ernst nehmen. Man erfährt das auch im Privatleben, etwa wenn ein befreundetes Paar, das man einladen möchte, um Verständnis bittet: Wir kommen lieber noch nicht. Wir warten, bis wir geimpft sind. Diese Leute würden auch nicht in ein Restaurant gehen, wenn es Mitte März geöffnet würde.

Ganz sicher in niemandes Interesse, auch nicht des Gewerbes, wäre eine massive dritte Welle. Selbst wenn man sich jetzt beteuert, man würde dann hart bleiben und keinen neuen Shutdown oder Lockdown zulassen: Viele Menschen würden von selber zu Hause bleiben. Auch dies würde schwere wirtschaftliche und soziale Schäden verursachen.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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