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Altersdiskriminierung: Eine Untersuchung zeigt Handlungsbedarf und Chancen

Man kann der Diskriminierung älterer und alter Menschen auf zwei Wegen nachgehen: Durch Analyse der Realität und durch Erfragung des Erlebens. Pro Senectute hat für einmal den zweiten Weg beschritten und legt eine Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts GfS vor. Sie ergibt, dass grosse – allzu grosse – Minderheiten über Diskriminierung klagen: Vor allem im Arbeitsmarkt und im Gesundheitswesen. Strategien, Rollenmodelle und Leuchttürme sind nötig – und möglich!

Auszug aus der Medienmitteilung:

„Betrachtet man die Ergebnisse in Bezug auf Altersgruppen näher, zeigt sich ein differenzierteres Bild vor allem bei Personen ab 40 bis zur Pensionierung. Hier fühlt sich fast jede fünfte Person bei der Stellensuche aufgrund des Alters benachteiligt. Das sind 535’000 Personen. Für Pro Senectute Schweiz sind diese Zahlen alarmierend. Das Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess in den letzten zehn Berufsjahren erhöht das Risiko, im Pensionsalter von Altersarmut betroffen zu sein.

Bei der Gesundheitsversorgung, fühlen sich über 180’000 Personen im Pensionsalter – mehr als jeder
Zehnte – benachteiligt. Als Beispiele werden die Kosten genannt. Die Befragten fühlen sich zudem bei Diagnosen, Behandlungen und Rehabilitation nicht ernst genommen oder sie haben das Gefühl, dass ihnen Behandlungen aufgrund des Alters vorenthalten werden.“

Links: Medienmitteilung, Untersuchungsbericht.

*

Unsere Gesellschaft darf sich nicht damit abfinden, dass so viele ältere und alte Menschen Diskriminierung erfahren. Sie darf sich umso weniger damit abfinden, weil die Mehrheiten, welche antworten, nicht diskriminiert worden zu sein, eine grosse Chance bedeuten, Diskriminierung abzubauen.

Zwei Ansatzpunkte bieten sich an:

  • Abklären, weshalb Menschen, die sich nicht beklagen, keine Diskriminierung erfahren, und gesellschaftliche wie auch individuelle Strategien zu entwickeln. Was tragen diejenigen dazu bei, mit denen sie am Arbeitsplatz und im Gesundheitswesen zu tun haben? Was tragen sie selber im Sinne von Selbsthilfe dazu bei? Unter anderem werden wir wohl darin bestärkt, das lebenslange Lernen zu fördern
  • Rollenmodelle und Leuchtturm-Lösungen ins Licht zu stellen.
Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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