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Interessante Arbeit vermindert das Risiko, an einer Demenz zu erkranken.

„Wer einer geistig stimulierenden Arbeit nachgeht, weist ein geringeres Risiko auf, später an Demenz zu erkranken“, meldet die „NZZ am Sonntag“ (22.8.21, S. 50). Sie beruft sich auf einen Artikel über Ergebnisse, die Forschende in der Fachzeitschrift „the bmj“ veröffentlichten, aufgrund der Analyse von Daten von rund 100’000 Personen.

Sehr interessant ist, dass die präventive Wirkung geistig stimulierender Arbeit unabhängig vom Bildungsniveau sei. Das ist von grosser sozial- und gesundheitspolitischer Bedeutung: Es ist Anreiz und Herausforderung, dafür  zu sorgen, dass auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über bescheidene Bildung und Qualifikation verfügen, nicht nur monotone und repetitive, sondern möglichst abwechslungsreiche und interessante Arbeit leisten können. Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer, Betriebskommissionen, Gewerkschaften können darauf Wert legen, Vorschläge machen, Forderungen stellen. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können zur Gesundheitsförderung beitragen und zur Reduktion der Krankheitskosten leisten, was auch in ihrem Interesse als Steuerzahlender ist.

Man muss sich bewusst sein, dass wir es mit Risikominderung zu tun haben, nicht mit einer Prävention, die Gewissheit schaffen könnte, nicht zu erkranken. Auch Menschen, die ein höchst anspruchsvolles, angeregtes Leben gelebt und Höchstleistungen erbracht haben, können an Alzheimer oder einer anderen Demenz erkranken.

Aber das ist kein Grund, die Chancen der Risikoverminderung nicht zu nutzen.

Link zum Artikel „Cognitive stimulation in the workplace, plasma proteins, and risk of dementia: three analyses of population cohort studies.“

Zum weiteren Zusammenhang ein Auszug aus der Publikation „Demenz vorbeugen“ von Alzheimer Schweiz (Link):

„Wer sich gesund ernährt, körperlich und geistig aktiv bleibt sowie vielfältige Beziehungen zu anderen Menschen pflegt, hält sein Gehirn gesund. Ein gesundes Gehirn ist auch gut gerüstet gegen den Abbau der geistigen Fähigkeiten im Alter – und gegen Demenzerkrankungen. Denn es bildet Reserven und kann Schädigungen und Abbauprozessen besser entgegenwirken.“

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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