Aus dem Bericht des NZZ-Deutschlandkorrespondenten Jonas Hermann vom 17.6.20:
„Als Begründung nannte er den Verdruss darüber, dass die deutsche Regierung die Verteidigungsausgaben nicht auf zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts erhöhe, wie es mit den Nato-Partnern vereinbart worden sei. Deutschland lag 2019 bei einem Anteil von 1,38 Prozent. Trump sprach von immensen Kosten der Stationierung der US-Truppen in Deutschland und fragte: «Warum zahlt Deutschland Russland Milliarden Dollar für Energie, und dann sollen wir Deutschland vor Russland schützen? Wie soll das funktionieren? Es funktioniert nicht.» Trump spielte damit auf die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 an, über die Gas von Russland nach Deutschland fliessen soll. Die USA wollen deren Fertigstellung verhindern und haben entsprechende Sanktionen verhängt.“
Zur deutschen – und europäischen – Sicherheitspolitik gehört aber eben nicht nur Militär, sondern auch eine Russlandpolitik, welche das Interesse des Kremls an Wirtschaftsbeziehungen zu Westeuropa stärkt. In diesem Sinne ist die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 auch sicherheitspolitisch sinnvoll. Und solange Trump seine globalstrategisch höchst relevanten Einsatzleitungs-Strukturen aus Ramstein nicht abzieht, hält sich sein Misstrauen in die deutsche Sicherheitspolitik offensichtlich in Grenzen.