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Lesetipp: Berta Zuckerkandl, „Österreich intim. Erinnerungen 1892 bis 1942“

Erstaunliche Zeugnisse kultureller, gesellschaftlicher und politischer Fortschrittlichkeit und Weltoffenheit in Wien, vor, während und nach dem Niedergang der K-und-K-Monarchie, dann beim Aufstieg des Austrofaschismus und dem Anschluss an Nazi-Deutschland: In Kurzberichten der Journalistin und Salon-Gastgeberin Berta Zuckerkandl-Szeps.

Während eines Kulturaufenthalts in Wien im Herbst 2021 machte uns eine Kunsthistorikerin auf dieses faszinierende Buch aufmerksam (neu herausgegeben durch Reinhard Federmann 2013 im Amalthea Signum Verlag, Wien).

Der Verlag stellt das Buch so vor (Link):

„Berta Zuckerkandl war die letzte große Salonière des Wien um die Jahrhundertwende. In ihrer Villa in Döbling gaben sich Größen aus Literatur, Kunst und Politik gegenseitig die Klinke in die Hand. Namen wie Arthur Schnitzler, Gustav Mahler, Gustav Klimt, Franz Werfel oder Hugo von Hofmannsthal sind ebenso mit dem ihren verwoben wie Größen aus der Pariser Kunst- und Kulturszene, etwa Auguste Rodin, Maurice Ravel oder Eugène Carriere. Die Tochter des Herausgebers des »Neuen Wiener Tagblattes« und engsten Beraters Kronprinz Rudolfs Moritz Szeps war aber nicht nur Mäzenin der schönen Künste, sondern schrieb selbst Artikel für renommierte Zeitungen, konnte aufgrund ihrer Kontakte in Frankreich als Diplomatin zwischen Österreich und Frankreich vermitteln und wirkte als Geheimagentin während des Ersten Weltkrieges.

Berta Zuckerkandl erzählt Anekdoten aus Begegnungen mit Großen jener Zeit und schildert die Flucht vor dem Naziregime über Frankreich nach Algier.“

Ihre stark reflektierten, aber auch attraktiv formulierten Kurzberichte verdienen neue Beachtung in einer Zeit, in der zivilisatorische, kulturelle, politische, rechtliche Errungenschaften gegen autoritäre und rückwärtsgewandte Kräfte zu verteidigen sind.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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