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Ein Dammbruch: NZZ bringt Inserat der AfD

Das Mindeste, was dazu zu sagen ist: Offenbar hält man bei der AfD ein Inserat in der NZZ für lohnend, weil man davon ausgeht, der redaktionelle Kurs, insbesondere der Berliner Redaktion, habe ihr so viele potenzielle AfD-Wählerinnen und -Wähler zugeführt, dass es sich bezahlt mache, Werbemittel in dieser Zeitung einzusetzen.

4.12.21, S. 29: Ein halbseitiges, farbiges AfD-Inserat unter dem Titel „Willkommen im neuen grünen Öko-Sozialismus“.

Redaktionen – wohl auch die der NZZ – verlangen von den Inserateabteilungen, ihnen politische Inserate zur Genehmigung oder Rückweisung zu unterbreiten (als Chefredaktor der Zürichsee-Zeitung – noch im letzten Jahrhundert… – habe ich einmal ein SVP-Inserat abgelehnt).

Die Redaktionen tun sich schwer mit der Rückweisung politischer Inserate. Auf Kritik würde wohl geantwortet, man nehme ja auch Inserate der SP und der SVP auf. Aber die Frage muss diskutiert werden, ob sich die AfD noch in diesem Spektrum befindet. Auch die NZZ hat nicht verschwiegen, dass die relativ gemässigten Kräfte in dieser Partei nach dem Rückzug Gaulands als entmachtet zu betrachten sind.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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