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Kranken- und Altenpflege trägt zur Produktivität des Landes bei.

Kürzlich hörte ich in einem Gespräch wieder einmal die Meinung, es gefährde den Wohlstand unseres Landes, dass immer mehr Menschen in der Pflege statt in produktiven Berufen tätig seien. Das ist falsch. Gute Pflege leistet einen wichtigen Beitrag zur Produktivität einer Volkswirtschaft.

Hinweise dazu, die zu vertiefen sind:

Menschen, deren Arbeitsergebnisse im Wettbewerb an einem Markt verkauft werden können, woraus Gewinne, Investitionen und Steuererträge resultieren – und die deshalb irrtümlich als allein produktiv betrachtet werden -, haben Sicherheitsbedürfnisse für sich und für ihre Nächsten. Viele von ihnen haben hochaltrige und kranke Angehörige, die betreut und gepflegt werden müssen. Sie sind – und fühlen sich – für diese verantwortlich. Könnten sie sich nicht auf die Tätigkeit und die Bereitschaft einer guten Pflege verlassen, würden sie in ihrer mentalen und konkreten Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Sie wären weniger produktiv, und mit ihnen wäre die Volkswirtschaft des Landes weniger produktiv.

Pflege trägt insbesondere auch dadurch zur Produktivität des Volkswirtschaft bei, als sie die Berufstätigkeit der Frauen erleichtert. Wenn familiäre Pflege und Betreuung Angehöriger nötig ist, wird diese noch immer zur grossen Mehrheit durch Töchter und Schwiegertöchter übernommen. Wenn es an guter professioneller Pflege in Heimen und durch Spitex fehlen würde, würden viel mehr Frauen die Erwerbsarbeit zu einem grösseren Teil oder ganz verlassen, kämen im Beruf weniger voran. Dadurch würde der Fachkräftemangel steigen, zulasten der Produktivität der Volkswirtschaft.

Wir wissen um den Mangel an Pflegepersonal. Massnahmen, ihn zu beheben, tragen zur Produktivität des Landes bei.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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