Sie befinden sich hier:

Chancen und Risiken der Digitalisierung für die Demokratie

TA-SWISS, die Stiftung für Technologiefolgen-Abschätzung, hat die Bedeutung der Digitalisierung für die demokratische Willensbildung und Partizipation erkannt. Sie veröffentlichte hierzu die Ergebnisse dreier in ihrem Auftrag erarbeiteter Studien.

Moritz Leuenberger, alt Bundesrat, Präsident des Leitungsausschusses von TA-SWISS, gibt im Vorwort zur Kurzfassung einen sehr lesenswerten, straffen Überblick über die Problematik, gegliedert in:

  1. Die verschiedenen Geschwindigkeiten digitaler und demokratischer Prozesse.
  2. Digitale Gräben sind eine Gefahr für die direkte Demokratie.
  3. Soziale Medien.
  4. Personalisierte Beeinflussung von Wählerinnen und Wählern.
  5. Digitale Technologien und Grundwerte der Demokratie.
  6. Führt Digitalisierung zu binären Denk- und Verhaltensmustern?
  7. Die Förderung von innovativen digitalen Projekten zugunsten der Demokratie.
  8. Demokratie ohne Wandel ist keine Demokratie.

„Digitalisierung verspricht Hoffnungen“, stellt Leuenberger abschliessend fest: „Wir können sie einlösen, wenn wir sie im ursprünglichen Sinn unserer Demokratie nutzen und gleichzeitig die Gefahren des Missbrauches bannen, sei dies national, supranational oder global.

Unsere Demokratie hat sich über Jahrhunderte immer wieder stark verändert. Das zeigt nicht nur die Verfassungsgeschichte, sondern auch der gesellschaftliche Wandel. Sie wird auch künftig Veränderungen unterworfen sein. Dies ist ihr Wesensmerkmal. Eine Demokratie darf nicht zu einem Ritual erstarren. Nur eine Demokratie, die sich verändert, bleibt eine lebendige Demokratie.“

Link zum Vorwort von Moritz Leuenberger.

Im PolitForum Bern ist hierzu noch bis 11. Dezember die Ausstellung „Digitale Demokratie / Démocratie Numérique“ zu sehen (Link), in deren Rahmen am 21. Oktober eine Veranstaltung über Digital Voting stattfindet.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Fall „NZZ am Sonntag“: Wir sind nicht hilflos gegen Fehlentwicklungen in der Medienlandschaft.

Wenn der NZZ-Verlag eine Marktlücke öffnet, indem er die „NZZ am Sonntag“ durch den Wechsel in der Chefredaktion auf den Kurs der Leitung der NZZ des Werktags zwingt, muss er mit Kräften rechnen, die diese Lücke füllen: Durch Weiterentwicklung eines bestehenden oder durch Schaffung eines neuen Angebots. Online oder gedruckt, wohl eher online. Es gibt Beispiele dafür.

Weiterlesen »

Zürcher Ständeratswahl: Kein Grund für Zugeständnisse an die SVP

Wie zu erwarten war, hat die SVP für den zweiten Wahlgang die Kandidatur von Roger Köppel zurückgezogen. Steigbügel zu halten für den Einzug der grünen Kandidatin Marionna Schlatter in den Ständerat war keine realistische Option. Nun sucht die Blocher-Köppel-Partei das Gespräch mit Ruedi Noser. Doch dieser hat keinen Grund für Zugeständnisse.

Weiterlesen »

Freiheitsbeschränkungen: Ein Grundsatz wird in Frage gestellt.

Der in Frage gestellte Grundsatz lautet: Die Notwendigkeit einer Freiheitsbeschränkung muss der Person gegenüber begründet werden, deren Freiheit beschränkt werden soll. Das ist nicht nur eine politische Forderung, sondern auch Verfassungsrecht. Selbst eine gesetzliche Grundlage würde nicht genügen. Die Einschränkung muss notwendig und verhältnismässig sein. Wenn eine mildere Massnahme genügt, muss die mildere getroffen werden. An der Geltung dieses Grundsatzes sind wir alle interessiert, ob geimpft oder nicht.

Weiterlesen »