Die Skizze einer Utopie – oder Dystopie – gewählter Redaktionen kann vielleicht klärend sein. Man stelle sich zum Beispiel vor, die Chefinnen und Chefs der grossen Redaktionen würden alle vier Jahre im Sitzkanton durch das Volk gewählt oder durch das neu gewählte Parlament ernannt, vielleicht auch die Ressortleitungen. Diese würden dann überprüfen, ob die Zusammensetzung ihrer Ressorts dem Ergebnis der Parlamentswahl entsprächen. Übervertretungen müssten durch Kündigungen beseitigt werden, für die Neubesetzungen, die dadurch nötig würden, wären untervertretene Parteien nominationsberechtigt.
So geht es nicht. Aber vielleicht würde es sich für Parteien, für politische und weltanschauliche Lager, für politisch positionierte Leserinnen und Leser schon lohnen, sich damit zu beschäftigen, was zu tun wäre, um das Potenzial an qualifizierten Journalistinnen und Journalisten, die rechts der Mitte stehen, zu vergrössern.
Siehe zu diesem Thema, auch zu den Gründen, weshalb viele Journalistinnen und Journalisten links der Mitte stehen, ein Interview mit Christian Hoffmann, Professor für Kommunikationsmanagement an der Universität Leipzig, in der NZZ vom 22.2.21, S. 29.