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Die Bilateralen-Verächter können mit Bewährungsprobe rechnen

Es tönt gar stolz: Ein guter Unternehmer braucht keine bilateralen Verträge. Schaut nur uns an – und die Blochers! Mit dem nicht überraschenden Nein der EU zu einer Einwanderungs-Schutzklausel für die Schweiz ist das Scheitern des Versuchs, die Bilateralen durch neue Verträge zu stabilisieren, noch wahrscheinlicher geworden. Die Stolzen können mit Bewährungsprobe rechnen.

Nur trifft ein Niedergang der Bilateralen nicht nur die Stolzen, sondern die ganze Schweizer Wirtschaft. Sie trifft auch jene Unternehmerinnen und Unternehmer, die die Bilateralen für nötig halten. Es trifft ihre binnenwirtschaftlichen Zuliefernden. Und es trifft die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – aber ihnen sagt ja der Gewerkschaftsbund, sie hätten nur von der Personenfreizügigkeit etwas zu befürchten: Lohndumping.

Man macht geltend, die Schweiz habe auch die Ablehnung des EWR hervorragend überstanden. Aber eben: Mit den Bilateralen.

Ein Niedergang der Bilateralen wäre eine Erfahrung, die nach Jahren eine Neuorientierung der schweizerischen Europapolitik möglich, vielleicht sogar nötig machen würde. Eine Korrektur-Initiative wird dann wohl bereitstehen: Die Europa-Initiative von Operation Libero und Mitbeteiligten.

Nun wird man wohl noch vermerht die Wirtschaftsbeziehungen mit China forcieren – zur Kompensation drohender Marktanteilsverluste in Europa, aber mit allen Risiken, mit denen dies infolge der aggressiven Aussen- und Militärpolitik Chinas verbunden ist.

Mehr dazu:

„Europapolitik: Zwei gegensätzliche Korrektur-Initiativen“ (Link)

 

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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