Putin setzt voll auf Einschüchterung, Droh- und Angstpropaganda, verstärkt durch stetige Steigerung der hybriden Kriegführung. Ein baldiger terrestrischer Angriff auf ein baltisches Land kann nicht mehr ausgeschlossen werden.
Kann sich dies auf die Russland- und Sicherheitspolitik der bisher putinfreundlichen Parteien auswirken? „Solange der Kreml keinerlei Ernsthaftigkeit bei Friedensgesprächen zeigt, verstummen auch die moskaufreundlichen Stimmen zusehends“, sagt der AfD-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Lucassen in einem Interview, das am 12. September 2026 in der NZZ erschien (Link). Lucassen kann bisher nicht als repräsentativ für seine Partei betrachtet werden, aber eine Entwicklung der Meinungsbildung in der AfD in diese Richtung ist nicht denk-unmöglich.
Will Putin keine Rücksicht darauf nehmen, wie sich seine Aggressionen und Drohungen, seine Verweigerung von Verhandlungen über eine gerechte Beendigung des Ukraine-Kriegs, auf die Entwicklung seiner Freundesparteien und ihrer Wahlchancen auswirken? Oder geht er davon aus, es sei ihnen förderlich, wenn er Kriegsangst schüre?
Möglich ist, dass er in einem Dilemma zwischen politischer und militärischer Strategie der militärischen den Vorzug gibt: Terrestrisch anzugreifen, solange die europäischen Nato-Staaten noch in Nachrüstung begriffen sind, und solange Trump Präsident der USA ist.