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Missbrauchskrise stellt Blocheristen vor schwierige Entscheidung

Es war ein erfolgreicher Entscheid Christoph Blochers, dem konservativen politischen Katholizismus eine neue politische Heimat anzubieten. In den „Stammlanden“ übernahm die SVP Wählerpotenzial von der CVP (heute Mittepartei). Aber jetzt, in der Missbrauchskrise, sind die Verbündeten der Blocherbewegung die prädestinierten Gegner der Reformbewegung innerhalb der katholischen Kirche.

Verteidigt die Blocherbewegung jetzt das konservative Kirchenverständnis, mag sie dies mit den Verbündeten noch stärker zusammenschweissen. Es wird aber in andern Teilen der Bevölkerung, auch und vor allem in katholischen, auf Unverständnis stossen.

Entschieden hat sich Roger Köppel, der Anführer des äussersten rechten Flügels der Partei. Sein Editorial der Weltwoche vom 21.9.23 steht unter dem Titel „Verteidigung der katholischen Kirche“: „Unter Beschuss sind die Konservativen“, stellt er darin fest.

Und im Innern des Blattes schreibt Giuseppe Gracia gegen „antikatholische Propaganda“. Gracia, den die Redaktion als „Schriftsteller und Kommunikationsberater“ vorstellt – und  verschweigt, dass er Kommunikationschef des Bistums Basel, dann Beauftragter für Medien und Kommunikation im Bistum Chur war.

Hier das „Über mich“ von Giuseppe Gracia: https://giuseppe-gracia.com/ueber-mich/

Darin steht u.a., er sei „seit Mai 2021 monatlicher Feuilleton-Autor für die Neue Zürcher Zeitung.“ Wir werden ja sehen, ob wir seine extremkonservativen Elaborate aus der Welt des Bischofs Huonder weiterhin in der NZZ Neue Zürcher Zeitung lesen.

Nebenbei interessant, zu vernehmen, dass Feuilletonchef Benedict Neffs Zeitung in der Zeitung Zusagen für die monatliche Berücksichtigung bestimmter Gastautoren mache. Wenn das zutrifft: Wem sonst noch?

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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