Auszug aus dem Editorial von Chefredaktor Christian Brändli unter dem Titel „Der Alleingang führt ins Abseits“:
Die Armee habe „in den letzten 30 Jahren verlernt, was es heisst, das Land zu verteidigen. Seither hat die militärische Welt aber auch einen Quantensprung durchgemacht. Mit Cyber oder dem Weltraum sind neue Dimensionen hinzugekommen. Auch in den ‚konventionellen‘ Wirkungsräumen Luft und Boden haben dank neuer Technologien die Waffenreichweiten enorm zu- und im gleichen Mass die Reaktionszeitenabgenommen. Das heisst, dass die kleine Schweiz heute über keine strategische Tiefe mehr verfügt. Und in der Konsequenz, dass eine autonome Verteidigung gegen einen modern ausgerüsteten Gegner eine Illusion ist. Ein Alleingang führt ins Abseits. (…)
Trotz der sich fundamental veränderten Lage tun sich Parteien rechts wie links schwer mit der militärischen Kooperation – wohlgemerkt, ich spreche hier nicht von einem NATO-Beitritt. Sie wollen sich nicht eingestehen, dass Verteidigung alleine gar nicht wehr funktioniert, geschweige denn sind sie bereit, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Kooperation bedingt Interoperabilität bezüglich Systemen und Einsatzverfahren. Diese muss politisch gewollt sein. (…)“
Auszug aus der Kolumne „Verteidigungsfähigkeit erklärt“ von Thomas Süssli, Chef der Armee:
„Der Bundesrat hat im Falle eines direkten Angriffs auf die Schweiz die Möglichkeit, militärische Bündnisse einzugehen. Dies war bereits im Zweiten Weltkrieg der Fall, als General Guisan den Auftrag zur Vorbereitung erhielt.
Eine solche Kooperation bedarf Interoperabilität. Diese kommt nicht von heute auf morgen. Es braucht bereits in Friedenszeiten einen regelmässigen Kontakt zu möglichen Partnerarmeen. Internationale Kooperation stärkt unsere autonome Verteidigungsfähigkeit.“