Es ist ja wahr: Katholische Konservative vertreten in vielen politischen Fragen dieselben Positionen wie rechtsstehende Andersgläubige und Säkulare. Warum also die Chance strategischen Schulterschlusses nicht nutzen? Er trug dazu bei, Trump zum Präsidenten zu machen, wie auch die Allianz mit Evangelikalen.
Die Strategie der SVP zeigt sich neuerdings deutlich in der Karriere-Entwicklung ihres Nationalrats Peter Keller, Mitarbeiter der Weltwoche, der diese Tendenz vertritt. Er wurde Generalsekretär, und ist damit wohl einer der einflussreichsten Partner von Magdalena Martullo-Blocher und Thomas Aeschi.
Die Stärkung dieses Flügels passt auch in die Deutschland-Strategie der NZZ, das Potenzial zwischen Unionsparteien und FDP einerseits, AfD anderseits zu umwerben. Vor allem bei denen, die in der Ära Merkel von den Unionsparteien weggingen, hat es zweifellos einen strategisch interessanten Anteil katholischer Konservativer. So hat nun die NZZ nach Alexander Kissler Oliver Maksan an Bord geholt. „Er hat einen guten Draht zu Vitus Huonder und Martin Grichting“, kommentiert die katholische Online-Publikation „kath.ch“ (Link).
Dass die NZZ auch Plattform für Gastautoren aus dem Umfeld der früheren Churer Bischöfe Huonder und Haas sein will, dagegen wäre bei einer Forumszeitung an sich nichts einzuwenden. Aber unter dem strategischen Aspekt ist es wohl angezeigt, auch diese Entwicklung zu beobachten. Eine strategische Kehrseite könnten übrigens Reaktionen aus der katholischen Volkskirche sein, welche sich tapfer mit den Bischöfen Haas und Huonder auseinandersetzte. Als ökumenisch gesinnter Reformierter habe ich diesen Widerstand mit grossem Respekt verfolgt.