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Wenn sich am Arbeitsplatz eine Krankheit bemerkbar macht. Zum Beispiel eine Demenz.

Wenn die Leistungsfähigkeit, die Zuverlässigkeit, das Erinnerungs- oder Orientierungsvermögen einer oder eines Mitarbeitenden oder Vorgesetzten allmählich zurückgeht, sind die ersten Reaktionen des Arbeitsumfelds oft ungerecht, kränkend, belastend. Es kann zur Kündigung kommen, bevor an eine medizinische Abklärung gedacht wird. Mit einer Publikation „Demenz und Arbeitsleben“* gibt Alzheimer Schweiz nun Rat, wie Firmen, Arbeitnehmerin, Arbeitnehmer und Angehörige im gemeinsamen Interesse besser mit solchen Schicksalsschlägen umgehen können. Zu wünschen und zu hoffen ist, dass sie bei Firmen und Verbänden auf Interesse stösst, und dass Alzheimer Schweiz in der Folge auf gute Beispiele hinweisen kann.

Am Anfang des Aufklärungsbedarfs steht das oft fehlende Bewusstsein, dass Demenzkrankheiten, auch die Alzheimerkrankheit, schon im Erwerbsalter auftreten können. Sie sind weniger häufig als im Rentenalter, aber die Folgen können besonders schwer sein. Oft gehen die Erkrankenden nicht nur zur Arbeit, sondern erziehen noch Kinder oder Jugendliche. Wenn sie verheiratet sind, eine Partnerin oder einen Partner haben, oft ebenfalls erwerbstätig, kann man sich die Häufung schwerer Probleme vorstellen.

Deshalb ist es wichtig, Firmen, Vorgesetzte und Personalverantwortliche für solche Fälle zu sensibilisieren und zu informieren. Durch einen kompetenten und menschlich engagierten Umgang mit solchen Krisen stärken  Firmen das Vertrauen aller Mitarbeitenden in ihre Unternehmenskultur und auch nach aussen ihren Ruf als Arbeitgeberin. Die Publikation gibt vielfältigen Rat, von den ersten Wahrnehmungen bis hin zur Notwendigkeit einer Anmeldung bei der Invalidenversicherung.

Wer eine Demenzdiagnose  erhält, behält oft noch während Jahren eine Urteils- und Leistungsfähigkeit, die sich nur allmählich abbaut. Alzheimer Schweiz konnte feststellen, dass Betriebe eine betroffene Mitarbeiterin, einen betroffenen Mitarbeiter mit allmählich reduzierter Arbeitslast und kollegialer Begleitung weiterbeschäftigte, in beidseitigem Interesse und im Sinne der vielbeschworenen Inklusion.

Dr. Stefanie Becker, Geschäftsleiterin von Alzheimer Schweiz, schuf 2017 die Gruppe „Impuls Alzheimer„, bestehend aus Menschen mit Demenz, die die Organisation nach dem Grundsatz „Nichts über uns ohne uns“ beraten. „Impuls Alzheimer“ hat massgeblich an „Demenz und Arbeitsleben“ mitgearbeitet.

Mit ins Bild gehört auch „Berufstätig sein und Angehörige pflegen“**

*  „Demenz und Arbeitsleben. Informationen für Arbeitgeber und Berufstätige“.

„Démence et vie professionelle“.

„Demenza e vita lavorativa“

 

**    „Berufstätig sein und Angehörige pflegen“

„Travailler et s’occuper d’un proche malade“

„Lavorare e assistere i familiari“

Offenlegung: Der Verfasser dieses „PolitReflex“ war bis Juni 2020 Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz und bleibt dieser Organisation und ihren Aufgaben verbunden.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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