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Geht die blocheristische Geschlossenheit der SVP zu Ende?

Für den zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen im Kanton Bern haben SVP und FDP ein „TIcket“ mit Werner Salzmann und Christa Markwalder gebildet. Wenn der Vorstand der Zürcher SVP morgen beschliesst, dass Roger Köppel seinen Kampf gegen Ruedi Noser weiterkämpfen soll, wäre dies eine Rückkehr zu Verhältnissen vor Jahrzehnten: Als Blocher die Zürcher SVP radikalisierte und die Berner SVP noch eine Weile einen eigenen, gemässigten Kurs fuhr.

Man mag von der Entwicklung im Kanton Bern halten, was man will, aber offensichtlich hat sich das Interesse „der Wirtschaft“, die Chance einer bürgerlichen Doppelvertretung zu packen, gegen alle Gegensätze zwischen SVP und FDP generell, und zwischen SVP und Christa Markwalder im Besonderen, durchgesetzt. In den zurückliegenden Wochen wurde oft genug darauf hingewiesen, dass der Ständerat einer geänderten Nationalratsmehrheit in den Weg treten und auch eine Änderung der Zusammensetzung des Bundesrates verhindern könne. Das erklärt, dass man nun alles daran setzt, jedes zusätzliche Ständeratsmandat für RotGrün zu verhindern und wenn möglich sogar amtierende Ständeräte dieses Lagers zu verdrängen.

In Zürich hat es die SVP in der Hand, der Grünen Marionna Schlatter den Weg in den Ständerat zu ebnen: Wenn sie es vorzieht, Roger Köppel im zweiten Wahlgang mit wehenden Fahnen untergehen zu lassen. Christoph Blocher wäre zuzutrauen, dass gerade er, der Unternehmer und Stratege, die Verantwortung für die Wahl einer grünen Zürcher Ständerätin NICHT übernehmen will.

Link zum SRF-Bericht über die Ausgangslage des zweiten Wahlgangs im Kanton Bern.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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