Sie befinden sich hier:

Atomkriegsgefahr: Vielleicht ist die Lage ernster als einige annehmen

Von militärstrategischen Fachleuten vernehmen wir jetzt, dass der Einsatz taktischer Atomwaffen gegen die Ukraine unwahrscheinlich sei, vor allem weil er militärisch der russischen Armee keinen wesentlichen Vorteil brächte. Aber der Moment kann kommen, da Putin voll auf die nukleare Erpressung setzt, um die Unterstützung der Ukraine durch den Westen zu beenden.

Die nukleare Erpressung kann zwei Phasen bekommen. In der ersten sind wir bereits jetzt. Die zweite kann ausgelöst werden durch einen demonstrativen Atomwaffeneinsatz, wie ihn militärstrategische Experten für möglich halten, vielleicht über dem Meer, noch ohne schwere Schäden an Menschen und Zivilisation. Die Botschaft wäre: Jetzt habe wir euch gezeigt, was wir können – das nächste Mal gilt es für einige von euch ernst.

Ich teile die Meinung, dass Putin daran gehindert werden muss, die Macht über Teile Europas zu übernehmen. Aber falls es noch diplomatische und geheimdienstliche Mittel gibt, die aufgrund der Informationslage eines Medienkonsumenten nicht erkennbar und schon gar nicht beurteilbar sind, ist damit als zweites Ziel die Vermeidung eines Atomkriegs in Europa zu verfolgen.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Deutschland: Koalition oder Minderheitsregierung?

Die FDP schied aus dem Bundestag aus, weil sie infolge der Kompromisse, die sie in der Ampel mit SPD und Grünen eingehen musste, zu grosse Teile ihrer Basis verlor. Basisverluste riskiert auch die bereits stark angeschlagene SPD, wenn sie in eine Koalition mit der Union eintritt. Die Partei „Die Linke“ bietet sich unzufriedenen Teilen des linken SPD-Flügels als neue Heimat an.

Weiterlesen »

Trumps Zölle auf Schweizer Produkten und die Schweizer Europapolitik

Die Überraschung, dass Trump die Schweiz mit höheren Zöllen belegt als die EU-Staaten, wirkt wie der Auftakt einer Erpressung: Die Schweiz von EU-Europa wegzudrängen und hinter die Europapolitik Trumps und seiner europäischen Partner um Viktor Orban zu zwingen. Doch Trumps Entscheid schwächt die Gegner der Bilateralen III.

Weiterlesen »

Deutschland, Italien, Grossbritannien: Schulterschlüsse für Kraftakte

„Alle gegen die AfD!“ – Kein neuer Duce für Italien! – Das Unterhaus will keinen ungeregelten Brexit und nimmt seine Entmachtung nicht hin. – Ja, es stimmt: Diese Schulterschlüsse sind keine Bündnisse auf Dauer, und „grosse Koalitionen“ sind sowieso ungesund für Länder und Koalitionsparteien. Aber die aktuellen Kraftakte müssen sein und verdienen grossen Respekt.

Weiterlesen »