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Anti-EU-Ersatzstrategien: Kommt die Ernüchterung schneller als erwartet?

Der Schweizer Aussenminister äussert sich erstaunlich und erfreulich klar über das wieder wachsende Interesse der Schweiz am Zugang zu den EU-Märkten.

Bundesrat Ignazio Cassis in einem Interview in der NZZ vom 17.12.2022:

„Ein Abkommen schafft Perspektiven und Verbindlichkeit. Das ist im gegenseitigen Interesse. Die Schweiz verdient jeden zweiten Franken im Export, davon 60 Prozent in den Ländern der EU. In Zukunft dürfte dieser Anteil noch zunehmen, weil sich andere Absatzmärkte – ich denke vor allem an China – unter anderem aufgrund der neuen geopolitischen Lage nicht so stark entwickeln wie erhofft. Die Schweiz konzentriert sich wieder stärker auf Europa. Wir sind Teil dieses Kontinents.“

*

Man gab sich Mühe, die Strategie der Gegner eines institutionellen Abkommens mit der EU auszutesten. Bundesräte reisten nach London, nach Bejing, nach Riad. Und nun scheint doch schon die Dämmerung einzusetzen: Der Ausbau der Geschäfts- und Kooperationsbeziehungen zu andern Teilen der Welt, insbesondere zu China, kann Anteilsverluste in Europa nicht kompensieren. Die Schweiz riskiert zu viel, wenn sie die bilateralen Beziehungen zur EU nicht wieder stabilisiert.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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