Sie befinden sich hier:

Die politisch-militärische China-Krise schlägt nun wohl doch auf die Wirtschaft durch.

Eben noch schien das China-Geschäft immun gegen politische und militärische Entwicklungen und Risiken. Immer neue Pläne und Schritte zu seinem Ausbau wurden gemeldet – unbeirrt durch die faktische Aufhebung von Hongkongs Sonderstatus, die stetige Verschärfung der Repression in China, die militärischen Drohgebärden zu Wasser und in der Luft, die Befürchtung eines baldigen Militärschlags gegen Taiwan. Vielleicht ist jetzt doch der Moment gekommen, da die Politik auf die Wirtschaft durchschlägt. Damit würde auch die Illusion zerbrechen, dass die Schweiz drohende Verluste auf dem europäischen Markt in China ausgleichen könnte.

Als „Paukenschlag sondergleichen“ bezeichnet es Jürgen Maurus in der „SonntagsZeitung“ vom 7.2.21: „Der New Yorker Hedgefonds Elliott Management, eine der grössten Anlagegesellschaften der Welt, hat vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass er sein Büro in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong schliesst. Elliott hat sein Personal nach Tokio verlegt. Der Rückzug erfolgt sechs Monate nach der Einführung eines nationalen Sicherheitsgesetzes durch Chinas Führung, die in Hongkong hart durchgreift. Zahlreiche Verhaftungen, harte Urteile und blockierte Bankkonten von Regimekritikern zeigen Wirkung.

Laut der «Financial Times» schmieden auch andere Hedgefonds Pläne, Teile der Belegschaft und gewisse Geschäfte aus Hongkong abzuziehen. Bereits im vergangenen Jahr gab es Anzeichen, dass Finanzdienstleister über einen Wegzug nachdenken.“

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Europa erleben!

Viele Schweizerinnen und Schweizer haben ein sehr negatives Bild von der EU und ihren Mitgliedländern. Das ist eine tiefer liegende Ursache des Verhandlungsabbruchs über das Rahmenabkommen. Wenn die Beziehungen der Schweiz zur EU und ihren Mitgliedstaaten wieder besser werden sollen, muss viel getan werden, damit viel mehr Menschen Europa ERLEBEN! Authentisch!

Weiterlesen »

Trumps Zollkrieg, Preisgabe der Ukraine, Angriffe auf die Demokratie – klar zu benennen ist nicht „hysterisch“

Man erkennt die Anti-Hysteriker daran, dass nicht Trump und seine Politik beurteilt werden, sondern die Reaktion darauf. Nicht die Handlung, sondern die angebliche Hysterie über die Handlung. Daraus ergibt sich eine seltsame Verkehrung: Ausgerechnet die Warner vor Überhitzung wirken oft wie Getriebene – getrieben von einem Reflex zur Relativierung.
Ein Gastbeitrag von Alan Cassidy*.

Weiterlesen »